2013 Ostdeutschland Bericht

Sonntag 28.07.2013

Gestern habe ich mich noch mit einer Mandelentzündung (Angina Pectoris) rumgeplagt, da wollte noch nicht so richtig die Urlaubsstimmung aufkommen. Heute Morgen geht es schon etwas besser, es schmerzt aber immer noch etwas beim Schlucken. Nachdem zu Hause klar Schiff gemacht wurde, Blumen gießen, Geschirr wegspülen usw. geht es dann gegen 10 Uhr in die Garage, kurz vor halb 11 rollen wir endlich los. In Waldaschaff verlassen wir die A3 und fahren nochmal gut 200km Landstraße. Gegen 17:00 Uhr ist Sabine am Moppern. Sie hatt keine Lust mehr über die Dörfer zu tuckeln, zumal es jetzt auch richtig warm geworden ist. Teilweise erreichen die Temp. 35 Grad. In Schlüsselfeld fahren wir dann  wieder auf die A3 und spulen die letzten 50km bis zum Hotel ab. Unser Zimmer ist klimatisiert, welch eine Wohltat. Hier im Arcom Hotel übernachten wir für 2,75€ pro Nacht pro Person incl. Frühstücksbuffet. Dem günstig erstandenen Gutscheinen sei Dank. Am Abend sitzen wir bei einem kleinen Italiener und genießen die leckere Pizza. Zum Glück sitzen wir überdacht denn es blitz und donnert mittlerweile recht kräftig. Zurück im Hotel gucken wir noch die letzte Stunde vom Tatort ehe uns endgültig die Augen zufallen.

Montag 29.07.2013

Als wir am Morgen aus dem Fenster schauen stehen 3 Reisebusse auf dem Hotelparkplatz. Wenig später, am Frühstücksbuffet, sehen und hören wir auch die dazugehörigen Reisegäste. 3 Busladungen Asiaten incl. reichlich Kinder räumen das Frühstücksbuffet ab. Es ist schon interessant anderen Kulturen bei ihren Essgewohnheiten zuzuschauen. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur U-Bahn um in die Nürnberger Innenstadt zu gelangen. Wir laufen einige Stunden durch die Innenstadt und schauen uns die meisten Sehenswürdigkeiten an. Am frühen Nachmittag sind wir wieder im Hotel und hauen uns noch ein Stündchen aufs Ohr. Kurz nach 18:00 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Zirnsdorf zu einem Outletcenter von Gudrun Sjoeden, Sabines Lieblingsboutique. Nachdem wir am Abend beim Griechen gut gegessen haben nehmen wir noch einen Absacker an der Hotelbar.

Dienstag 30.07.2013

Heute sind wir schon recht früh unterwegs. Um 9:30 sitzen wir bereits auf den Motorrädern. Es ist trocken aber bedeckt.
Wir verlassen Nürnberg in nördlicher Richtung und steuern auf die Fränkische Schweiz zu. Hier fahren wir ein bißchen kreuz und quer und finden ein paar ganz kleine Straßen die zum Teil nur mit Rasengittersteinen gepflastert sind. Es bleibt nicht aus dass wir auch in manch einer Sackgasse landen. Wir fahren durchs Aischtal und durchs schöne Wisenttal. Das Regenzeug müssen wir heute auch 3 mal auspacken aber zum Glück immer nur für kurze Zeit. Etwas absweits einer kleinen Landstraße entdecken wir ein funktionierendes Wasserrad mit einer sehr schönen großen Wiese davor. Wir packen unsere Picnicdecke aus, kochen uns einen Cappucino und machen ein kurzes Nickerchen. Gegen 17:00 Uhr treffen wir auf dem Zeltplatz kurz vor Bamberg ein. Wir erwischen noch den letzten freien Strellplatz direkt an der Regnitz. Nach dem leckeren Abendessen, mit Speckpfannekuchen und Gurkensalat, machen wir noch die Flasche Rotwein leer. So langsam geht die Sonne unter und wir warten auf die Mücken.

Mittwoch 31.07.2013

Am Morgen gibt es frische Brötchen und wir genießen unser erstes Camperfrühstück.
Kurz nach 10 Uhr sitzen wir mit Gepäck auf den Motorrädern und sind auf den Weg nach Bamberg. In Bamberg bummeln wir 2 Stunden durch die Altstad und an der Regnitz entlang. Bamberg gefällt uns beiden besser als Nürnberg. Von Bamberg aus starten wir Richtung Osten durch die Fränkische Schweiz, die im Jahr 2000 den Titel d er höchsten Brauereidichte pro Einwohnerzahl, weltweit errang. Auf 1500 Einwohner kommen 4 Brauereien. Ich glaube es giebt schlimmeres als das. In Bayreuth tanken wir nochmal voll und fahren dann weiter Richtung Fichtelgebirge. In Weissenstadt, am Weissenstädter See, wollten wir unser Zelt aufschlagen aber der Platz hat uns überhaupt nicht gefallen. Jetzt sitzen wir kurz vor Selb, mitten im Wald, auf dem Halali Camp. Zum Glück ist der Name nicht Programm. Der Platz liegt sehr abgeschieden mitten im Wald. Hier werden wir für min. 2 Nächte unser Zelt stehen lassen.

Donnerstag 01.08.2013

Die Nacht war angenehm kühl. Nach dem Frühstück sitzen wir gegen 10Uhr auf den Motorrädern. Unser erstes Ziel ist Marienbad in Tschechien. Wir fahren noch ein ganzes Stück auf deutscher Seite, parallel zur Tschechischen Grenze Richtung Süden. Die Straßen führen durch eine schöne Landschaft. Es geht bergauf und bergab ohne jegliches Verkehrsaufkommen. In Mähring überqueren wir die Grenze nach Tschechien. In Marienbad dauert es eine Zeit bis wir einen Stellplatz für die Motorräder finden. Wir bummeln durch die Parkanlagen und bewundern die tollen Fassaden der Hotel und Bäderanlagen. Von Marienbad aus finden wir eine kleine Nebenstrecke durch den Wald die uns bis auf fast 900m Höhe bringt. Unser nächstes Ziel ist Franzensbad. Auch hier dauert es wieder bis wir einen Parkplatz für die Motorräder finden. Eine junge Frau fährt mich dann auch gleich noch um als sie ihr Auto rückwärts aus der Parklücke setzt. Ich hatte es schon kommen sehen und bin vorsichtshalber schon abgestiegen/gesprungen. Am Mopped  war kein Schaden zu erkennen, der Wagen hat jetzt eine kleine Beule neben dem Nummernschild. Die Parkanlagen in Franzensbad sind großzügiger angelegt als in Marienbad. Uns gefällt es hier besser. Wir bummeln auch hier durch die wunderschönen Gassen und Essen noch etwas in einem der Lokale. Mittlerweile ist es wieder richtig warm geworden. Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Rückweg zum Zeltplatz. Das Moorgebiet in Sooms ersparen wir uns.Auf dem Zeltplatz werden wir noch von ein paar jungen Motorradfahrern angesprochen und zum Essen eingeladen. Da es mit der Kommunikation nicht so richtig klappt, liegt warscheinlich am Altersunterschied, ziehen wir uns nach ca. 1 Stunde wieder zu unserem Zelt zurück. Morgen werden wir auch noch hier bleiben und das Fichtelgebirge unsicher machen.

Freitag 02.08.2013

Zum Glück sind die Nächte bis jetzt noch einigermaßen kühl, so dass wir Nachts gut schlafen können. Der Wetterbericht hat es schon angedeutet, es wird sehr warm die nächsten Tage. Heute ist es dann nicht das Fichtelgebirge gewesen welches wir unsicher gemacht haben sondern ein Teil des Frankenwaldes. Die Straßen sind alle in recht gutem Zustand und das Verkehrsaufkommen ist äußerst gering. Auch die kleinsten Straßen, die in der Karte nur noch weiß eingezeichnet sind, lassen sich prima fahren, wenn man sie denn findet. Ab 16 Uhr fängt Sabine an zu beuteln. Ihr ist es wieder definitiv zu warm und es stellen sich die ersten Kreislaufprobleme ein. Also ab in einen klimatisierten Edekaladen zum Einkaufen und Abkühlen. Kurz vor 17 Uhr treffen wir am Zeltplatz ein. Ausziehen, kalt duschen und faulenzen. Das reicht für heute.

Samstag 03.08.2013

Heute wird das Zelt, welch ein Wunder, schon vor dem Frühstücken abgebaut, extra auf Sabine’s Wunsch. Ich hatte diesen Wunsch schon mal während unseres Spanienurlaubs geäußert und dafür ganz böse Blicke geerntet :-)) Das Fahren haben wir uns etwas schlimmer vorgestellt aufgrund der vorrausgesagten Temperaturen. Zum Glück ist es die meiste Zeit bedeckt, so dass die Temperaturen nur immer kurzfristig auf knapp über 30 Grad ansteigen. Den ersten Zeltplatz bei Saalburg lassen wir direkt links liegen nachdem wir gesehen haben wie überfüllt er ist. Wir entschließen uns zur Weiterfahrt Richtung Erzgebirge zumal die Temperaturen sich immer noch im erträglichen Rahmen halten. Über einige schöne Nebenstrecken gelangen wir bis nach Klingenthal. Hier finden wir einen schönen kleinen Zeltplatz mitten im Wald. Nachdem wir das obligatorische Ankunftsbier auf haben geht es erstmal unter die Dusche. Ich freue mich schon auf die beiden Steaks die zur Zeit noch roh in meiner Packtasche liegen. Mittlerweile hat es sich ein bisschen zugezogen und vereinzelt kommen auch schon ein paar Tropfen von oben.

Sonntag 04.08.2013

In der Nacht fängt es an kurz und kräftig zu Schütten. Ich muss mich sputen umd die Handtücher und andere Sachen die noch am Motorrad hängen ins Trockene zu bringen. Um kurz nach 8 sitze ich mit „Sicherheitsschlappen und Shorts“ auf dem Motorrad um vom Bäcker fr ische Semmeln zu holen. Wir Frühstücken zusammen mit Jochen aus Duisburg der alleine auf seiner TRX850 unterwegs ist. Jochen ist knapp 70 und schon seit 20 Jahren reisender Rentner. In Klingenthal lassen wir uns noch auf die Skisprungschanze fahren und genießen von dort oben eine prima Rundumsicht. Über viele kleine Straßen gelangen wir bis nach Zschopau. Hier besichtigen wir in der Burg Windeck das MZ und NSU Museum. Das Timing ist perfekt. Während des Museumsbesuches schüttet es wie aus Kübeln. Etwas nördlich von Zschopau landen wir auf einem Zeltplatz mit kanadischem Flair. Nachdem das Zelt steht öffnen sich nochmal mit Blitz und Donner die Schleusen des Himmels. Heute haben wir keine Lust zum Kochen und gehen in ein Gasthaus im anliegenden Dorf. Es hat sich merklich abgekühlt.

Montag 05.08.2013

Heute packen wir das Zelt nass ein. Über Augustusburg fahren wir bis nach Eppendorf. Hier möchte sich Sabine bei einem Holzhandwerker ein paar Engelsfiguren anschauen die ihr in einem Prospekt sehr gut gefallen haben. Dort angekommen hängt leider nur ein Zettel an der Tür mit dem Hinweis – Betriebsferien. Also fahren wir weiter. Über Olbernhau, erreichen wir Seiffen, das Mekka für Holzfigurensammler. Wir stöbern in einigen Läden und bewundern die Vielfalt an Figuren. Sabine findet nichts passendes, ich kaufe mir einen kleinen Klappelch. Über herrliche kleine Nebenstraßen erreichen wir Altenberg und Königstein. Hier unten im Elbtal ist es wieder richtig warm. In Bad Schandau kaufen wir Lebensmittel für den Abend ein und machen uns dann auf Campingplatzsuche. Die ersten beiden Plätze sind hoffnungslos überfüllt. In Leupoldishain werden wir dann fündig und bekommen einen der letzten 3 Stellplätze. Was hier in Sachsen zur Zeit am meisten stört sind die unendlich vielen Baustellen und die damit verbundenen Umleitungen bzw. kpl. Streckensperrungen. Es ist kaum möglich auch nur 20km im Vorraus zu planen. Jetzt sitzen wir vor unserem Zelt und Sabine bereitet wieder ein leckeres Essen zu. Wir melden uns am Abend noch bei Jens und Hanka in Görlitz an. Jens gibt uns noch ein paar Routentips für Tschechien mit auf den Weg.

Dienstag 06.08.2013

Die Sonne sorgt dafür, dass wir recht früh aufstehen. Nach einem ausgiebigen Frühstüch sitzen wir gegen 10 Uhr auf den Motorrädern. Wir fahren als erstes Richtung Kurort Rathen und machen von dort ein paar schöne Aufnahmen von der Festung Königstein. Über Bad Schandau fahren wir dann nach einer kleinen Irrfahrt auf der falschen Elbseite nach Tschechien. Hier folgen wir der von Jens empfohlenen kleinen Route. Wir fahren auf kleinsten Straßen durch enge dunkle und noch recht kühle Täler. Zur Mittagszeit machen wir Rast auf dem Hof einer Musikkneipe, hier bekommen wir frisch gezapfte Kufola. Wir fahren weiter Ostwärts und gelangen zu dem Aussichtspunkt Jested in der Nähe von Liberice. Von hier oben, auf 1000m Höhe, geniessen wir einen tollen 360 Grad  Rundumblick. So langsam wird es Zeit Görlitz anzusteuern. Die letzten 60km werden nochmal richtig heiß und wir kommen Punkt 18 Uhr ziemlich verschwitzt bei Jens und Hanka in Görlitz an. Gegen 19 Uhr ziehen wir dann los zum Essen. Wir sind erstaunt über die Vielfalt an guten Restaurationen. Das Preisniveau ist um einiges niedriger als bei uns (Köln, Remscheid) Nach dem Essen bekommen wir noch einen kuzen Rundgang durch Görlitz. Es ist faszinierend anzusehen was aus der alten Bausubstanz gemacht wurde. Görlitz ist ein richtig schmuckes Städtchen. Den Abend lassen wir auf dem Balkon ausklingen in dem wir auf das herrannahende Gewitter warten. Gegen 22 Uhr ist es dann soweit. Es blitzt und donnert und die ersten fetten Tropfen sorgen für etwas Abkühlung.

Mittwoch 07.08.2013

Wir frühstücken noch zusammen und sitzten dann um kurz vor 9 auf den Motorrädern Richtung Spreewald. Es ist angenehm kühl. In Bad Muskau besichtigen wir noch das Schloss und die Parkan lagen des Fürsten Pückler. Als Belohnung gönnen wir uns im Schlosskaffee dann auch noch ein Original Fürst Pückler Eis. Gegen 14 Uhr landen wir auf dem von Jens und Hanka empfohlenen Zeltplatz – Zelten am Ostgraben – in der Nähe von Burg. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang. Um 18 ist das Essen fertig und unsere angemieteten Maschinen (Fahrräder) stehen auch abfahrbereit auf dem Zeltplatz. jetzt wird es dunkel und wir beginnen den Kampf mit den Mücken.

Donnerstag 08.08.2013

Irgendwann in der Nacht gewittert es noch kurz und kräftig. Der Regenschauer ist schnell beendet nur machen noch sehr viele Blitze die Nacht zum Tage. Ab kurz nach 7 Uhr brät die Sonne ins Zelt und wir stehen wenig später auf. Nach dem Frühstück ziehen wir mit unseren neuen „Maschinen“ los. Nach ca. 6Std. Radeln und einigen Pausen sitzen wir gegen 15 Uhr wieder am Zeltplatz. Für heute Abend haben wir in einem Landhotel einen Tisch reserviert. Es ist immer noch recht warm und sehr schwül. Morgen werden wir auch noch hier bleiben, Sabine will unbedingt noch eine Runde paddeln.

Freitag 09.08.2013

Das Wetter ist nicht so gut. Wir beschließen unsere Sachen zu packen und weiter zu ziehen. Sabines Idee, als nächstes Ziel die Lüneburger Heide anzusteuern, begraben wir nach einem Blick in die Karte – viel zu weit für mal eben. Wir machen uns auf den Weg in den Harz. Die Anfahrt dorthin ist nicht so prickelnd. Im Harz angekommen finden wir einen Zeltplatz mitten im Wald, den „Bremer Teich“ in der Nähe von Werningerrode. Der Zeltwart teilt uns einen ruhigen Platz zu, direkt am Eingang de Platzes. Gegröle, laute Musik und ständiges rein und rausfahren begleitet uns bis tief in die Nacht.

Samstag 10.08.2013

Der Himmel ist strahlend blau und es ist fast 12 Uhr als wir endlich loskommen. Wir fahren noch viele kurvenreiche kleine Strecken und sehen noch die Selketaleisenbahn wie sie dampfend an uns vorbeizieht. Den klassischen Motorradtreff am Torfhaus, von dem man eigentlich einen schönen Blick auf den Brocken hat, sparen wir uns aufgr und einer dunklen Wolkenwand. Wir können dem schlechten Wetter erfolgreich davonfahren. In Duderstadt, wo es einen tolle historische Altstadt zu bestaunen gibt, machen wir unsere Mittagspause. Weiter fahren wir Richtung Weser und landen bei Reinhardshagen auf einem schönen kleinen Zeltplatz. Das einzige was hier nervt sind die vielen Nacktschnecken die permanent aus dem Gebüsch gekrochen kommen. Nach einem leckeren Abendessen ziehen wir uns gegen 21 Uhr zurück ins Zelt, es ist windig und kühl geworden.

Sonntag 11.08.2013

Dies ist nun unser letzter Tag. Wie es sich für so einen Tag gehört scheint die Sonne und der Himmel erstrahlt in tiefem Blau. Nördlich von Kassel fahren wir mal wieder durch den schönen Reinhardswald und nehmen Kurs auf das Sauerland. Kurz vor Winterberg machen wir noch an der Ruhrquelle Rast und gehen dort etwas Spazieren. In Remscheid angekommen trennen sich dann unsere Wege, Sabine fährt auf die A1 Richtung Köln und ich habe nur noch ein paar Meter bis zur Haustür.

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