2012 Südosttour Bericht

Freitag 13.07.2012

Am Morgen hat es in Remscheid noch geschifft wie aus Kübeln. Zum Glück haben wir noch etwas Zeit mit unserer Abfahrt. Um 11:00 ist es dann soweit, wir starten die bepackten Maschinen und fahren bei leichtem Regen los. Bis Hildesheim sind es ca. 270km von denen wir die letzten 40km über Landstraße fahren. Am DB Terminal sind wir die ersten. Bis zur Abfahrt gesellen sich noch zwei Motorradfahrerinnen dazu. Auch die Anzahl der Autofahrer ist sehr übersichtlich. Vielleicht 15 Autos von denen die Hälfte aus Dänemark oder Schweden angereist ist. Das Abteil teilen wir uns mit einer 3 köpfigen Familie, allesamt sehr nett. Wir quatschen ein bisschen und Sabine hat in Kaya, der ca.11 jährigen Tochter, eine Spielpartnerin für ihr selbstgemachtes Spiel „UR“ gefunden. Gegen 22:00 fallen uns die Augen zu und wir kriechen in die Betten.

Samstag 14.07.2012

Wir haben sehr gut geschlafen und warten auf das Frühstück. Bis zur Ankunft in Verona spielen Sabine und Kaya noch etwas. Die Motorräder sind schnell startklar und so geht es in der Mittagssonne Richtung Venedig. Unterwegs durchfahren wir noch den Naturpark Colli Euganei der ein paar Tornantis für uns bereit hält. Diese waren auch das einzig erwähnenswerte auf der Strecke bis zum Zeltplatz in Mira. Für eine Nacht müssen wir hier 30 Euros berappen, halt Italien und dazu noch vor den Toren Venedigs. Ein rumänischer Wohnmobilist spricht uns an und erzählt uns, dass im Osten Rumäniens zur Zeit Temperaturen von ca.41 Grad herrschen. Sabine war bei den 30 Grad heute schon genervt, mal sehen wie’s bei 10 Grad mehr wird.

Sonntag 15.07.2012

Die Nacht war laut und warm. Gegen 7:00 stehen wir auf und hüpfen als erstes nochmal unter die Dusche. Das Zelt ist schnell eingepackt. Es gibt noch einen Kaffee aus dem Automaten, der sehr gut schmeckt und die letzten Knautschbrötchen. Um 8:00 sitzen wir auf den Motorrädern. Im Hafen von Venedig angekommen werden wir wieder  weggeschickt, mit einer italienischen Wegbeschreibung zu einem anderen Terminal. Wir gurken eine gute 3/4 Stunde umher bis wir das Terminal in einem Industriegebiet finden. Nach gut drei Stunden Wartezeit und mehrmaliger Intervention bei den Bediensteten der Reederei werden wir dann endlich auf das Schiff gelassen. Länger hätten wir auch nicht warten dürfen, denn kurz nachdem wir auf dem Schiff sind, setzen sintflutartige Regenfälle ein. Nochmal Glück gehabt. Am Abend sitzen wir noch mit zwei Motorradfahrern zusammen, Helmut und Franz aus Regen im Bayrischen Wald und quatschen noch etwas bei einem leckeren kaltem Bier.

Montag 16.07.2012

Besonders gut geschlafen haben wir nicht auf den harten Bänken. Gegen 7:00 Uhr geht die Sonne auf und die Temperatur steigt sofort. In Griechenland herrschen z.Zt Temperaturen von knapp über 40 Grad. Ab Dienstag soll es laut Wetterbericht etwas kühler werden. Mit ca. drei Stunden Verspätung treffen wir gegen 17 Uhr in Igoumenitsa ein. Um halb 7:00 Uhr erreichen wir den Campingplatz Elena, direkt am Wasser gelegen. Als erstes ziehen wir die Klamotten aus und springen ins Wasser, um uns abzukühlen. Nach einem leckeren Abendessen sitzen wir noch vor dem Zelt und widmen uns der kalten Flasche Rosé. Es ist immer noch über 30 Grad warm. Ich schwitze wie ein ……

Dienstag 17.07.2012

Die letzte Nacht war mit knapp über 30 Grad ein echtes Highlight. Das unser Schweiß das Zelt nicht unter Wasser gesetzt hat war alles. Gegen halb 7:00 Uhr stehen wir auf und rennen als erstes unter die Dusche. Wir bereiten uns ein kleines Frühstück und packen dann alles zusammen. Um 9:00 sitzen wir auf den Moppeds und fahren Richtung Vikos Schlucht. Die Temperatur steigt wieder auf 35 Grad. An der Vikosschlucht angekommen unternehmen wir noch einen kurzen Fußmarsch um die tollen Ein- und Ausblicke in den Canyon genießen zu können. Der Canyon steht als tiefster Canyon der Welt im Guinnes Buch. Wir sind dort ganz alleine, was wir nicht erwartet hätten. Auf dem Rückweg machen wir in Monodendri Mittagspause und essen etwas. Sabine ist ziemlich platt und hat mit der Hitze und dem wenigen Schlaf zu kämpfen. Auf kleinen Nebenstraßen zum Aoos See finde ich einen schönen Rastplatz mit viel Schatten unter einer großen Eiche und einer Quelle, die eiskaltes Wasser spendiert. Hier schlafen wir beide fast eine Stunde tief und fest. Nach dem Mittagsnickerchen sind wir beide wieder fit und machen uns auf den Weg Richtung Kalambaka. Die Strecke am Aoos See und weiter über den Katara Pass ist ein Traum. Tausend Kurven, null Verkehrsaufkommen und Temperaturen zwischen 20 bis 25 Grad. Um halb acht treffen wir in Kalambaka auf dem Zeltplatz ein. Nach dem Zeltaufbau gönnen wir uns ein kaltes Bier, das zischt. Hier werden wir 2 Nächte bleiben um morgen in Ruhe alles erkunden zu können.

Mittwoch 18.07.2012

Die letzte Nacht konnten wir tatsächlich mit schlafen verbringen. Nach dem Frühstück fahren wir in leichter Kleidung in Richtung Klöster. Die Touristenmassen halten sich in Grenzen. Es sind fast ausschließlich Touristen aus Tschechien und Polen unterwegs. Sabine und ich besichtigen das Kloster Megálo Metéoro. Viel zu sehen gibt es nicht. Ein bisschen Kirche, Museum und ein paar Arbeitsräume der damaligen Zeit und natürlich der Andenkenverkauf. Zur Mittagszeit fahren wir in ein kleines Restaurant ein paar km abwärts des ganzen Trubels. Das Restaurant liegt sehr beeindruckend auf einer Bergkuppe mit schönem Panorama. Es wäre hier noch schöner gewesen wenn die Schweizer  Jugendlichen am Nachbartisch ihr penetrant lautes Gequatsche wenigsten für eine Minute mal eingestellt hätten. Gegen halb 3 fahren wir zurück zum Zeltplatz. Jetzt merken wir wieder wie erbarmungslos die Sonne auf unsere Haut brennt. Die 20 Minuten reichen Sabine für eine rote Pelle am Arm. Am Zeltplatz angekommen machen wir ein kleines Mittagsschläfchen, Urlaub ist ja schließlich ganz schön anstrengend. Am Abend ziehe ich nochmal alleine los um ein paar Fotos in der Abendstimmung zu machen. Bei Abendlicht sieht alles 10x besser aus und es ist auch nichts mehr los an den ganzen Aussichtspunkten. Mich graust es immer wieder, wenn die Leute die schönsten Motive bei bestem Licht mit einer Handykamera festhalten. Um kurz vor 21:00 Uhr komme ich zurück zum Zeltplatz und das Essen ist auch schon fertig. Was für ein Service.

Donnerstag 19.07.2012

Die Nacht ist angenehm kühl und ich werfe irgendwann am Morgen sogar mein Seideninlett über meine Beine. Zum Frühstück gibt es leckeren Joghurt mit Melone. So langsam gewöhne ich mich etwas an diese wässrige Frucht die auf meiner Beliebtheitsskala nicht ganz oben steht. Um 10:00 geht es dann los. Direkt an der Ausfahrt des Zeltplatzes sieht Sabine, wie eine Schildkröte von einem Auto überfahren wird. Ich habe „zum Glück“ nur das Geräusch gehört und dachte im ersten Moment, eine leere Plastikflasche hätte es erwischt. Für Sabine war der Tag schon fast gelaufen. Wir fahren nochmal an den Klöstern vorbei Richtung Deskati. Auf kleinen, absolut leeren, Straßen erreichen wir zur Mittagszeit den Aliakmona See. In Kozani sind wir neugierig auf die griechische Variante von LIDL und bestatten ihm einen Besuch ab. Wir kaufen Obst, Gemüse und Fleisch für den Abend. Von Kozani aus fahren wir nordöstlich durch ein Tagebaugebiet, in dem auch 2 große Kohlekraftwerke stehen. Von Akrini aus geht dann ins Gebirge. Die ersten 10km sind noch geteert, der Rest ist sehr staubig, wenigstens für Sabine, die hinter mir fährt. Mitten in einer großen Kuhherde verheddert sich ein Stück Zaundraht in meinem Hinterrad und nimmt das halbe Nummernschild mit. Es dauert ein paar Minuten bis ich mit dem Leatherman alles durchtrennt habe. An 2 oder 3 Gabelungen rätseln wir in welche Richtung es weiter geht. Im Endeffekt ist es nicht die Strecke geworden die auf der Karte eingezeichnet ist aber wir sind auch so zum Ziel gekommen. An einem schattigen Plätzchen auf ca. 1600m Höhe halten wir noch Siesta mit Weißbrot, Zaziki, Gurken, Tomaten und einem kleinen Nickerchen. Den auf der Karte eingezeichneten Zeltplatz finden wir gegen 17:00. Wir müssen etwas suchen, um einen schattigen Platz zu finden. Die Anlage ist sehr einfach. Es gibt nur eiskaltes Quellwasser – auch zum Duschen. Die Kinder auf dem Platz beobachten uns und unsere Ausrüstung mit Argusaugen.

Freitag 20.07.2012

Am Morgen stehen wir früh auf. Der Zeltplatz war doch nicht optimal gewählt, die Sonne brät ab 7:00 ins Zelt. Nach dem Frühstück sitzen wir um 9:00 Uhr auf den Motorrädern. Über Naoussa, Skidra und Giantitsa geht es Richtung Mazedonischer Grenze. Gestern sind wir auf dem Zeltplatz noch aufgeklärt worden, dass wir innerhalb Griechenlands nicht erwähnen sollten, dass wir nach Mazedonien fahren, wir sollten lieber sagen Ferum oder Skopje. Mitten in der Mittagshitze erreichen wir die Grenze. Wir tauschen hundert Euro und tanken dann erst mal wieder voll. 1,35 Euro der Liter :-)) Zwischen Valandovo und Strumica machen wir an einem kleinen Restaurant, mit Wasserquelle auf dem Parkplatz, Mittagspause. Wir essen einen großen gemischten Salat, 2 halbe Hähnchen, 2 Mineralwasser und Brot dazu für zusammen weniger als 10 Euro. Gegen 14:00 Uhr geht es dann weiter Richtung Berovo. Auf halber Strecke finden wir einen schönen  Rastplatz im Wald. Wir schneiden eine kleine Schneise durchs Holz um auch mit den Motorrädern durchzukommen. Es ist zwar noch früh aber wir beschließen hier zu bleiben und am Abend das Zelt aufzubauen. Gegen 18:00 wird das Waldgebiet von jungen Burschen gestürmt, die reihenweise Bäume mit der Motorsäge fällen, im affenzahn zerkleinern und mit ihren PKW’s abtransportieren. Natürlich werden wir von ihnen entdeckt und sie palavern irgendetwas, für uns nicht verständliches. Vertrauenserweckend sahen die Gestalten alle nicht aus. Sabine hat ein ungutes Gefühl dabei, die Nacht hier zu verbringen. Wir rödeln wieder auf und finden ein paar km weiter wieder ein schönes Fleckchen für unser Zelt. Diesmal hoffentlich ohne illegale Holzfäller. Die Mücken nerven uns hier überall. Mitten in der Nacht fährt noch ein Geländewagen an unserem Zelt vorbei.

Samstag 21.07.2012

Die Nacht war angenehm kühl, und ich musste sogar meinen Schlafsack auspacken weil das Seideninlett einfach zu kühl war. Wir stehen früh auf und packen heute zum ersten Mal unser Zelt nass ein. Um 8:00 sitzen wir auf den Motorrädern. Es geht über Berovo und Delcevo bis nach Mak.Kamenica. Hier tanken wir und fragen nach der direkten Strecke Richtung Kriva Palanka. Wir hören von allen ein einstimmiges Nein. Für großartige Pistenabenteuer ist es uns einfach zu heiß. Wir fahren also über Probistip und Kratovo nach Kriva Palanka. In einer kleinen Seitenstraße vor dem Grenzübergang nach Bulgarien mach wir unsere Mittagspause. Auf dem Weg nach Kjustendil, in Bulgarien, erhöht sich die Temperatur auf knapp 40 Grad. Zum Glück haben wir kurz vorher unsere Wasservorräte mit kaltem Quellwasser wieder aufgefüllt. Es kommt uns vor, als wenn jemand einen Fön vor unser Gesicht hält. In Serbien angekommen kühlt es sich nach einigen Kilometern im Gebirge wieder um 12 Grad ab. Die Benzinpumpe an Sabines Twin muckt wieder. Sie bleibt einmal kurz liegen und schon halten nacheinander 3 serbische Fahrzeuge und bieten Hilfe an. Am Vlansinsko See brauchen wir eine Zeit bis wir den in der Karte eingezeichneten Zeltplatz finden. Der Zustand des Platzes ist eine Katastrophe. Wir hatten uns einen Zeltplatz ausgesucht wegen einer notwendigen Dusche. Das Sanitärgebäude ist eine vergammelte, versiffte Katastrophe. Also machen wir es wie alle anderen mit Seife und Shampooflasche ab in den See. Wir lernen noch ein paar Serben kennen die zum Angeln hier sind und sich wundern warum gar keine oder nur noch ganz kleine Fische beißen. Und zum guten Schluss kommt auch noch ein Platzwart vorbei der 550 Denar kassiert (knapp 5 Euro). Wenigsten gibt es einen Wasserhahn mit Trinkwasser. Sabine und ich werden noch von einer Gruppe Serben und Mazedonier, die sehr schöne Musik laufen lassen, auf Sliwowitz und etwas zu Essen eiungeladen. Mir schmeckt es sehr gut, da es sich um einen Auflauf mit Leber handelt.

Sonntag 22.07.2012

Am Morgen ist es recht kühl. Wir sitzen um kurz nach 8 bei 17 Grad, auf den Motorrädern. Wir fahren auf einer extrem kurvenreichen Strecke Richtung Pirot. Unterwegs, in Babusnica, kaufen wir Lebensmittel ein, tanken und versuchen dem Bankomaten Geld abzuringen. Es dauert eine Weile bis wir feststellen, dass das Limit knapp unter 50 Euro liegt. Von Pirot aus fahren wir nach Knjazevac. Eine sehr schöne Strecke aber auch mit tiefen großen Schlaglöchern gespickt. Auf der langweiligen E771 fahren wir nach Zajecar. Mittler weile ist die Temperatur wieder auf knapp über 30 Grad angestiegen. In der Nähe von Bor finden wir direkt an einem See einen Zeltplatz. Irrtümlicherweise landen wir aber in der Rezeption des Hotels. Der Zimmerpreis beträgt pro Person umgerechnet 7 Euro. Nach 3 Tagen schwitzen, ohne vernünftige Duschen, nehmen wir uns das erste Mal ein Zimmer. Nachdem Sabine und ich wieder sauber sind und einen vernünftigen Geruch angenommen haben ziehen wir mit unseren Campingstühlen ans Wasser und vertilgen die zweite Hälfte unserer Wassermelone. Jetzt ist es 19:20 Uhr, wir haben einfach aber lecker (gefüllte Paprika mit einem Tomatensalat) gegessen und genießen dazu noch ein Bierchen. Das Bettzeug haben wir erst mal beiseite gelegt, da es wahrscheinlich öfter benutzt wird und ziehen unsere eigenen Schlafsäcke vor.

Montag 23.07.2012

Die Nacht haben wir recht gut geschlafen. Wir trinken am Morgen noch einen Kaffe und sitzen dann um kurz nach 9 auf den Motorrädern. Es ist bewölkt als wir losfahren und die Temperaturen liegen bei knapp über 20 Grad. Je näher wir der Donau kommen, desto wärmer wird es. Kurz vor der Donau finden wir unter einer großen Linde ein schönes Plätzchen um unser Frühstück nachzuholen. Wir sehen hier immer wieder Steinöfen und rätseln, was darin gebrannt oder hergestellt wird. An der Donau angekommen steht das Thermometer wieder auf 36 Grad. Wir versorgen uns an einer Quelle nochmal mit frischem Wasser und gießen uns auch noch etwas kaltes Wasser in die Lüftungsschlitze der Hose und Jacke, das tut für kurze Zeit richtig gut. Der Grenzübertritt nach Rumänien ist problemlos. In Orsova tausche ich ein paar Euros in Lei. Über Baile Herculane fahren wir in die Berge um den hohen Temperaturen zu entkommen. Wir beginnen mit der Zeltplatzsuche. Der erste, in der Karte verzeichnet Platz, ist einfach nur Kuhwiese ohne alles, also weiter. Die Strecke ist sehr kurvenreich und mit Schlaglöchern übersät. Wir liefern uns ein „Rennen“ mit 2 LKWs mit Anhänger die echt flott unterwegs sind. Gegen 17:00 sehen wir vor und hinter uns nur noch schwarze Wolken und die ersten Blitze zucken. Unter dem Dach eines alten Brunnens warten wir den ersten Wolkenbruch ab. Nach einer halben Stunde sintflutartigem Regen und Sturm schlüpfen wir in das Regenzeug und fahren weiter. Gegen 18:30 erreichen wir mit Hilfe Einheimischer, den in der Karte eingezeichneten Zeltplatz. Wir stellen das Zelt auf, kochen unser Abendessen und schon geht es weiter mit Blitz, Donner und Regenschauer. Jetzt ist es gleich 21:00 Uhr, der Regen lässt mal wieder nach und gleich werden wir in die Schlafsäcke verschwinden. (Camp38)

Dienstag 24.07.2012

Die Nacht war zum Teil sternenklar. Am Morgen gehen wir um kurz vor 8 ins Dorf um etwas fürs Frühstück einzukaufen, es tröpfelt immer wieder einmal. Das Frühstück können wir noch trocken einnehmen, danach verkrümeln wir uns wieder ins Zelt. Es blitzt, donnert und schüttet. Sabine holt ihr selbstgebasteltes Spiel „UR“ raus und wir spielen eine Partie. Wir bekommen von den Pensionswirten das Passwort fürs W-LAN und gucken zuerst nach dem Wetter. Wir werden heute wahrscheinlich noch hierbleiben und den Regen aussitzen. Ab Morgen soll es besser werden. Jetzt wird gesurft und gemailt bis der Akku leer ist. Gegen 13:00 Uhr kommt auf einmal die Sonne raus und wir packen zusammen. Wir fahren  bis Targa Jiu, wo wir nochmal volltanken und ein paar Lebensmittel einkaufen. In Baia de Fier finden wir in einer kleinen Schlucht, an derem Ende sich eine Tropfsteinhöhle befindet, einen öffentlichen Zeltplatz. Sanitäreinrichtungen gibt es hier natürlich nicht. Wir fahren durch den Gebirgsbach und finden ein schattiges Plätzchen. Am Abend lernen wir noch 2 rumänische Familien kennen, die ihr Zelt auch hier aufgeschlagen haben. Sabine spielt mit ihnen ein Kartenspiel das Macao heißt. Es wird viel dabei gelacht. Sabine und ich bekommen noch einen großen maramurischen Sliwowitz ausgeschenkt. Gegen 22:00 liegen wir im Zelt. Es ist sehr warm und windig. (Camp 39)

Mittwoch 25.07.2012

Am Morgen verkauft uns eine alte Bäuerin frischen Feta. Nach dem Frühstück, dem Austausch von E-Mail Adressen und etwas Winkewinke geht es gegen 9:00 Uhr los. Wir machen uns auf, die Transalpina zu fahren. Hinter dem Wintersportort Ranca geht es richtig steil in die Berge. Die Straße ist komplett neu geteert. Wir genießen die tollen Aussichten und halten immer wieder an, um Fotos zu machen. Das Wetter ist traumhaft schön. Die höchste Stelle ist der Urdele Pass mit 2145m. Anschließend geht es stetig wieder nach unten. Die Strecke ist, bis auf mehrere kleine Baustellen, ausgezeichnet zu befahren. An einer Wasserquelle entsorgen wir unser lauwarmes Wasser und füllen frisches, eiskaltes Quellwasser in unsere Trinkrucksäcke. Wir biegen später Richtung Jina ab und werden auch hier mit einer tollen Strecke und vielen schönen Ausblicken belohnt. Wir fahren durch 3 sehr schöne Dörfer bevor wir gegen 15:00 auf dem Zeltplatz eintreffen. Der Zeltplatz ist klein aber hat sehr gute sanitäre Anlagen was uns diesmal seeehr wichtig ist. Sabine und ich sind endlich mal wieder „rein“ und fühlen uns fast wie neu geboren. Camp 40 Saliste bei Sibiu

Donnerstag 26.07.2012

Um kurz nach 7:00 stehen wir auf und frühstücken in aller Ruhe. Wir halten noch ein nettes Schwätzchen mit einem älteren Ehepaar aus Neuseeland. Kurz nach 9:00 verlassen wir den Zeltplatz in Saliste. Es ist bewölkt und die Temperaturen halten sich noch unter 30 Grad. Der Verkehr auf der E81 ist ätzend. Sibiu umfahren wir auf einer neuen Autobahn, gesponsert von der EU. Wir fahren noch ein kurzes Stück Richtung Brasov bevor wir auf die Transfagarasan abbiegen. Es geht rasch aufwärts. In etlichen Serpentinen schlängeln wir uns bis auf 2400m hoch. Wir lernen ein Pärchen aus Schweden kennen, die unterwegs zum Schwarzen Meer sind. Wir halten immer wieder an, um Fotos von der gigantischen Bergwelt zu machen. Der Transfagarasan wurde schon mal als Stilfser Joch Rumäniens bezeichnet. Oben angekommen, boomt der Tourismus. Überall stehen Verkaufsbuden. Es werden viele Leckereien aber auch viel Chinaschund verkauft. Auf der Südseite des Passes finden wir ein schönes Plätzchen für ein Picknick. Hier liegen wir min. 1,5 Std. in der Sonne und genießen die Bergwelt. Bis nach Cortea de Arges sind es noch 60 kurvenreiche km. Die Temperatur steigt wieder auf 34 Grad an. Mittlerweile haben wir uns an die Wärme gewöhnt und stöhnen nicht mehr so viel, wie am Anfang der Tour. Unterwegs füllen wir mal wieder unsere Wasservorräte an einer Quelle auf. Ca. 15km westlich von Curtea de Arges landen wir auf einem kleinen Zeltplatz, der uns heute Morgen empfohlen wurde. Der Platz ist sehr klein und wir finden ein schattiges Plätzchen direkt an der Straße. Wir hoffen auf wenig Verkehr in der Nacht. Der Himmel sieht düster aus, Blitze und Donner sind schon im Anmarsch.

Freitag 27.07.2012

Der Regen ist ausgeblieben. Am Morgen lugt schon wieder recht früh die Sonne ins Zelt. Wir frühstücken in aller Ruhe und sitzen um kurz nach 8 auf den Motorrädern. Zuerst geht es nach Curtea de Arges in den Lidl. Wir kaufen ein paar Lebensmittel ein. Vor dem Geschäft lauern die ersten bettelnden Kinder, die auch prompt von der Security vertrieben werden. Vollgepackt mit frischem Proviant starten wir Richtung Campulung und Targoviste. Die Strecke ist ätzend. An einer Tankstelle machen wir Rast und essen ein Eis. Von Targoviste aus fahren wir wieder gen Norden. Wir suchen vergeblich den Zeltplatz vor Sinaia. Ein weiterer Platz, etwas südlich ist eine Katastrophe. Wir drehen wieder um und fahren weiter Richtung Rasnov. Hinter Sinaia stehen wir in einem ellenlagen Stau. Es fängt an zu schütten und wir suchen Unterschlupf an einer Tankstelle. Nach einer halben Stunde ziehen wir die Regenklamotten an. Die Temperatur ist mittlerweile auf knapp unter 20 Grad gesunken, also recht erträglich. Auf dem GPS Gerät erscheint ein Zeltplatz kurz vor Brasov. Den fahren wir gar nicht erst an, weil er schon vor 5 Jahren eine Katastrophe war. Wir holen die Visitenkarte raus die Sabine in Saliste bekommen hat und finden auch mit etwas Hilfe die private Unterkunft bei Constantin. Das Zelt bauen wir nicht auf sondern nehmen gleich das schöne Doppelzimmer für 20Euro (Camp 43). Es ist noch ein belgisches Pärchen mit Wohnmobil hier. Wir werden gleich zusammen grillen und mit Sicherheit auch noch etwas quatschen.

Samstag 28.07.2012

Der gestrige Abend war richtig nett mit dem belgischen Pärchen. Beide waren bei der belgischen Armee, sind knapp über 50 und jetzt im Ruhestand. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Beiden und von Konstantin. Über Rasnov und Brasov fahren wir nach Gheorgheni. Die gesamte Strecke ist mit EU Mitteln komplett neu geteert. Hier biegen wir nach Osten ab Richtung Piatra Neamt. Wir fahren durch die Bicaz Schlucht und am Lacul Rosu vorbei. Hier wimmelt es nur so von Touristen. Gegen halb 2, noch  bevor wir die Schlucht durchqueren, kommen wir an einem schönen Zeltgelände vorbei. Es ist uns aber noch zu früh und so fahren wir weiter. Hinter Bicaz suchen wir einen Zeltplatz. Den einzigen offiziellen Zeltplatz den wir finden, liegt unterhalb der Staumauer. Der Platz ist nicht schön aber mir tut der Hintern weh und ich habe auch keine Lust mehr zu fahren. Sabine ist über meine Entscheidung etwas muffelig und wäre lieber weiter gefahren um irgendeinen Platz in der Wildnis zu finden. Vielleicht finden wir morgen wieder etwas Schöneres. Gleich wird noch gekocht und dann hoffen wir auf den Sonnenuntergang, damit es sich im Zelt etwas abkühlt.

Sonntag 29.07.2012

Die Nacht an der Staumauer war angenehm kühl, ich musste sogar zum zweiten Mal meinen Schlafsack auspacken. Gegen 7:00 Uhr stehen wir auf, frühstücken, packen und kurz nach 9:00 Uhr sitzen wir auf den Motorrädern. Es geht am Lacul Izvorul Muntelui entlang und dann weiter Richtung Vatra Dornei. 50km vor Vatra Dornei biegen wir auf eine kleine Nebenstrecke Richtung Norden ab. Es geht noch mal bis auf knapp 1200m hoch. Die angenehmen Temperaturen hier oben nutzen wir auch gleich für eine Mittagspause. Es ist 14:00 Uhr als wir unser erstes Kloster, Manastirea Voronet, erreichen. Das Thermometer zeigt wieder 35 Grad an und Sabine hat nicht so richtig viel Lust auf Kloster gucken. Ich mache also alleine einen Schnelldurchgang. Eintritt 5 Lei, fotografieren 10 Lei. Im Kloster ist aber fotografieren und filmen verboten, toll. Wir machen uns auf, Richtung Radauti und finden kurz hinter dem Kloster Humorului einen kleinen privaten Campingplatz und nisten uns hier ein. Am Abend gehen wir zu Fuß zum Kloster, vielleicht bleiben wir hier 2 Nächte und drehen morgen unsere Klosterrunde ohne Gepäck.

Montag 30.07.2012

Gestern Abend sind wir noch zu Fuß zum Kloster gegangen. Der Eintritt kostete wieder 5 Lei pro Person und 10 fürs fotografieren. In der Kapelle ist natürlich wieder fotografieren verboten. Auf dem Rückweg sind wir noch in einen Mini Market einkaufen gegangen. Zurück am Zeltplatz kochen wir uns etwas Leckeres zu Essen. Fleischröllchen bis zum abwinken und Nudeln mit Tomaten. Um kurz nach 8:00 Uhr gibt es Frühstück und um halb neun sitzen wir auf den Motorrädern. Wir wollen unsere Klosterrunde drehen und müssen jedoch nach ca. 15km wieder umdrehen. Überall wird gebaut und ein Bauleiter gibt uns zu verstehen, dass die Straße gesperrt ist und wir eine Umleitung fahren müssen. Das passt so gar nicht in unsere Fahrpläne. Wir steuern jetzt direkt Viseu de Sus an. Kurz vor dem Prilop Pass (1415m) müssen wir auch dieses mal für kurze Zeit das Regenzeug anziehen. Die Straße ist in einem absolut miserablem Zustand. Gut 40-50km lang absolvieren wir einen Slalomparcour um Schlaglöchern herum. Hierbei hat dann auch mein Palm (alter Kleincomputer) seine Stromzufuhr verloren, was einem formatieren gleich kommt und alle meine gespeicherten Trackdaten inklusiv der Programme sind weg. SCHEIßE !!! Die Strecke von Borsa bis Viseu de Sus (ca.20km) gleicht einer einzigen Baustelle, überall wird gebuddelt. In Viseu de Sus fahren wir als erstes zum Bahnhof der Wassertalbahn und kaufen 2 Tickets inkl. Verpflegung. Anschließend folgen wir der Beschilderung zur Pension Danuta, die auch mit einem Campingsymbol wirbt. Wir finden die Pension direkt an der Eisenbahnstrecke und schlagen dort im Garten unser Zelt auf. 10 Euro pro Nacht inkl. echtem Plumpsklo hinter dem Haus. Eine Dusche für Camper gibt es nicht, wir müssen die private Dusche des Vermieters benutzen. Als Camper ist man anscheinend nur Mensch 2. Klasse. Wir melden uns um 18:00 zum Essen an und lassen uns überraschen was es gibt. Das Essen ist sehr lecker und mächtig. Vorweg eine Gemüsesuppe dann Polenta mit in Kohl eingewickelten Fleischstückchen und als Abschluss Mohnkuchen. Zum Schluss gibt es noch einen selbstgebrannten Zwetschgenschnaps.

Dienstag 31.07.2012

Am Morgen weckt uns das Handy. Wir erfahren vom Pensionswirt dass in Rumänien die Uhr noch eine Stunde weiter vorgestellt wird als in Deutschland, also gleiche Zeit wie in Griechenland. Um kurz nach 8:00 Uhr sind wir am Bahnhof der Wassertalbahn. Da wir reserviert haben, bekommen wir ein abgeschlosseneres Abteil. Die Fahrt ist sehr rüttelig, laut und teilweise auch qualmig von der Lok, die einen Wagon weiter vor uns ihre Arbeit leistet. Die maximale Geschwindigkeit ist mit 40km/h angegeben und bergauf bleibt die Lok fast stehen. Das erinnert mich an meinen Twingo. Nach knapp 2 Stunden erreichen  wir das Ziel, ein großer Picknickplatz direkt am Fluss. Hier ist alles auf den hungrigen und durstigen Touristen eingestellt. Nach 2 Stunden Pause und einem leckerem Imbiss geht es wieder Retour. Nun sitzen wir in dem letzten Wagon und haben freie Sicht auf die zurückgelegte Strecke. Wir machen ein paar Fotos, ehe uns die Müdigkeit einholt und wir anfangen zu dösen. Der Himmel hat sich mittlerweile rund um uns herum zugezogen und es blitzt und donnert schon kräftig, fehlt nur noch der dazugehörige Regen. Die Wetteraussichten für Morgen sehen nicht gut aus. Am Zelt angekommen, hauen wir uns noch ein Stündchen aufs Ohr und dann lassen wir uns von der Wirtin wieder mit einem leckeren Essen überraschen. Am Abend gewittert es noch kräftig.

Mittwoch 01.08.2012

Um 8:00 stehen wir auf. Das Wetter ist wolkenverhangen und kühl. Wir packen unsere Klamotten zusammen, verabschieden uns von den Wirten und fahren nochmal zum Bahnhof. Hier essen wir frisch gebackenes Schmalzgebäck und trinken noch einen Kaffee. Nun geht es weiter durch das Maramures Gebiet. Wir besichtigen noch eine tolle Klosteranlage mit prachtvollen Gärten. Hier treffen wir 3 Motorradfahrer aus Griechenland, mit denen wir ein kurzes Schwätzchen halten. Über Satu Mare reisen wir nach Ungarn. Es ist wieder über 30 Grad warm und die Landschaft gibt außer riesigen Mais und Sonnenblumenfeldern nicht viel her. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir die Slowakei. Der erste auf der Karte verzeichnete Zeltplatz ist auch an der Hauptstraße ausgeschildert, finden tun wir ihn nicht. Also weiter nach Michalovce. Hier am See soll es mehrere Zeltplätze geben. Wir fahren einmal komplett um den See. Die Zeltplätze ähneln eher Rummelplätzen. Wir erreichen nach der Seeumrundung wieder Michalovce und Essen hier zu Abend. 2 große Pizzen, 2 Salate und 2 alkoholfreie Biere wandern für nur für 15 Euro in unsere hungrigen Mägen. Wir entscheiden uns für den ersten Zeltplatz am See. Es ist mittlerweile 20:00. Der Zeltplatz ist kostenfrei, Toilettenbenutzung 20 Cent. Die Toiletten sind nur so lange geöffnet wie der Kiosk. Na toll, wieder keine Duschen und nachts in den Busch K…… Der Platz sieht stellenweise aus wie eine Müllkippe. Für uns ist es nicht zu fassen, dass hier im Osten alles so dermaßen zugemüllt wird. Ich wasche mich im See und bringe Sabine einen Sack Wasser zum Waschen mit. Sie macht einen Striptease am Zelt inkl. Haarwäsche. Da es hier nur so von Mücken wimmelt verkriechen wir uns schnell ins Zelt und trinken hier noch unser Glas Wein. Wir freuen uns schon auf eine halbwegs saubere Dusche. Heute sind wir gut 430km gefahren, entsprechend platt sind unsere Hintern.

Donnerstag 02.08.2012

Wir haben in dieser Nacht sehr gut und relativ lange geschlafen. Sabine ist als erstes aus dem Zelt gekrochen und äußerte nach kurzer Zeit den Verdacht, dass irgendjemand an ihrem Motorrad war. Dann meinte sie, ihr Regenzeug sei weg. Jetzt krieche ich auch aus dem Zelt und sehe dass Sabines Regenzeug tatsächlich weg ist. Ein Blick auf meine leere Regenzeugtasche bringt das gleiche Ergebnis, auch weg. Ich suche noch etwas in der näheren Umgebung aber es ist nichts zu finden. Unser Regenzeug ist also geklaut, echt super. Die gute Laune ist erst Mal hinfällig. Eine Nacht in der Slowakei und schon fehlen die ersten Sachen. Dies ist das 2. Mal in 33 Jahren Motorradreisen das mir etwas geklaut wurde. Im Prinzip kein schlechter Schnitt aber trotzdem ärgerlich. Uns ist eingefallen, dass die schwedischen Motorradreisenden einen Touratechladen in Poprad erwähnten. Da Poprad zufällig auf der Strecke liegt beschließen wir dem Laden einen Besuch abzustatten. Wir hatten überlegt ohne Regenzeug weiter zu fahren aber da fiel mir dann wieder Murphys Gesetz ein. Haben wir Regenzeug, gibt’s kein Regen, fahren wir ohne weiter, werden wir am nächsten Tag nass. Sabine hat mit ihrem Tablett PC die Koordinaten von Touran Bike ergoogelt. Auf dem Weg nach Poprad besichtigen wir noch in der Mittagshitze die Burg Spissky. Eine schweißtreibende Angelegenheit bei 30 Grad. Man hat aber einen schönen Überblick über das Umland. In Poprad angekommen finden wir den Shop sehr schnell. Uns wird eine Kollektion von Regenklamotten vorgelegt und wir kaufen dieses Mal etwas richtig Gutes. Mariam, der Chef, empfiehlt uns die Membrankombi von Divi. Nicht ganz billig aber mit sehr gutem Tragekomfort auch bei höheren Temperaturen. Mariam macht ein Foto von uns und den Twins und ich mache auch noch eins in seinem Laden. Mit einem sehr guten Tourentipp durch die Tatra werden wir verabschiedet. Wir folgen seinem Tip und werden mit tollen Aussichten belohnt. Die Tatra ist mit 70km Ausdehnung das kleinste Hochgebirge der Welt. In Pribylina (Camp48) finden wir einen ATC Autocamp mit tatsächlich sauberer Dusche und Toiletten. Nach fast einer Woche Duschabstinenz kein schlechtes Gefühl wieder richtig sauber zu sein. Es ist jetzt 18:00 Uhr und der Himmel zieht sich wieder zu. Wir werden gleich auf die Speisekarte des Restaurants schauen und dann entscheiden ob wir etwas selber machen oder machen lassen. Wir haben machen lassen. Es gab 2x Sauerkrautsuppe als Vorspeise, Nockerln mit Sauerkraut und Hühnchenbrust mit Käse, Schinken, Gemüse und Pommes, dazu noch 3x 0,5Liter Getränk. Alles zusammen für 16 Euro. Wir hätten auch ein Tagesmenü für 3,30 Euro nehmen können. Jetzt sitzen wir vor dem Zelt und trinken ein Glas Wein und kloppen wieder auf Mücken ein. Trotz geklauter Regenklamotten noch ein schöner Tag.

Freitag 03.08.2012

Die Nacht in der hohen Tatra war angenehm kühl, wir haben beide sehr gut geschlafen. Kurz nach 7:00 Uhr verlassen wir die warmen Schlafsäcke. Gegen 9:00 Uhr sitzen wir wieder auf den Motorrädern. Wir fahren eine kleine Runde durch die Berge bevor wir die Slowakei in  Makov verlassen und in Tschechien einreisen. Wir folgen bis zum Abend der Straße 35 in nordwestliche Richtung. Wir kommen gut voran und auch landschaftlich hatten wir uns die Strecke langweiliger vorgestellt. Stellenweise werden wir an den Schwarzwald erinnert. Nach ziemlich genau 450 km finden wir einen relativ guten Zeltplatz hinter Hradec Kralove. Es wird uns noch ein schöner Sonnenuntergang geboten, dazu hören wir noch die laute Musik aus einer naheliegenden Disco.

Samstag 04.08.2012

Die Sonne erreicht früh unser Zelt. Ich stehe um halb acht auf und gehe ins Dorf um frische Knautsche-Brötchen zu holen. Um kurz nach neun sitzen wir auf den Motorrädern und machen uns auf Richtung Böhmisches Paradies. Sabine hat davon im ADAC Blättchen gelesen. Das Paradies haben wir zwar nicht gefunden aber dafür eine schöne Landschaft. Als nächstes machen wir noch einen kleinen Abstecher Richtung Riesengebirge. Es geht bis auf fast 1000m hoch. Die Landschaft erinnert sehr stark an den Schwarzwald. Zur Mittagszeit verbraten wir unsere letzten Kronen in einem tschechischem Restaurant. Über Zittau reisen wir nach Deutschland ein. Die Fahrerei ist ziemlich nervig, ein Dorf nach dem anderen und überall nur 50km/h. Kurz vor Dresden müssen wir doch noch in unser neues Regenzeug schlüpfen. Der erste Eindruck vom Tragekomfort ist sehr gut. Nach knapp 20 Minuten ist der Spuk wieder vorbei und wir ziehen die Regenpelle wieder aus. Jetzt sitzen wir kurz vor Dresden auf einem Zeltplatz, direkt an einem kleinen See. Morgen geht es dann nach Hause.

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