2009 Südnorwegen Bericht

15.08.2009

9:00 Abfahrt in Remscheid, bei traumhaftem Wetter. Zwischen Bremen und Hamburg ist die A1 eine einzige Baustelle, auch der Elbtunnel ist mal wieder ein Nadelöhr vor dem es sich kilometerlang staut. Gegen 15:00 Uhr trudeln wir hungrig in Kiel ein und finden auch direkt eine kleine Pizzeria in der wir noch einen sehr leckeren Salat essen, bevor es dann auf das Schiff geht. Die Kabine ist sehr gut ausgestattet und wir springen beide sofort unter die Dusche. Am Abend machen wir noch ein kleines Whiskytasting am Dutyfree Shop. Hier ist es möglich, fast alle der 30 angebotenen Single Malts, für je 3 Euro zu probieren. Danach ging es ins Bett. Am nächsten Morgen genießen wir das sehr gute Frühstücksbuffet an Bord. Von Göteborg aus geht es bei gutem, aber sehr windigem Wetter weiter gen Norden. In Tanumshede schauen wir uns noch ein paar in Fels geritzte Wikingerzeichnungen aus der Bronzezeit an. Beim nächsten Tankstopp entscheide ich mich für das sehr günstige E85 statt dem 95er Super. Ein Fehler wie ich kurze Zeit später merke. Meine Twin zieht nicht mehr richtig und fährt nur mit leicht gezogenem Choke halbwegs vernünftig. In einer deutschen Bäckerei trinken wir einen Kaffee und fragen mal nach ob den E85 kein Benzin sei. Ethanol ist die Antwort. Davon hatten wir im Reiseführer nichts gelesen. Bei nächster Gelegenheit tanke ich wieder Super nach und die Twin läuft wieder einwandfrei. Kurze Zeit später finden wir einen kleinen Zeltplatz direkt am Dalsland Kanal mit der Bezeichnung „Alcatraz“. Wir kaufen hier eine leckere geräucherte Forelle, von der wir mindestens zwei Tage essen werden. Nach 12 Stunden Schlaf gibt es bei schönstem Wetter ein ausgiebiges Frühstück. Nach ca. 300 km, zum Teil unasphaltiert, schlagen wir am Abend unser Camp am Randesfjord auf. Heute wird der zweite Teil der großen Forelle mit leckeren Dillkartoffeln vertilgt. Satt und müde geht es in die Federn.

18.08.2009

Der Morgen begrüßt uns mit einem strahlend blauen Himmel. Vom Zeltplatz aus starten wir zum Blaufarbenwerk in Amot. Hier wurde irgendwann Kobalt entdeckt und einige Jahre später wurden 80% des Weltmarkts mit Kobalt aus dieser Mine gedeckt. Gegen Mittag geht es weiter Richtung Westen. Über eine mautpflichtige Straße, die uns durch  eine sehr schöne Gebirgslandschaft führt, gelangen wir nach Austbygd zu unserem dritten Camp. Die Mautstraßen sind mittlerweile auch völlig unromantisch geworden. Vor ca. 25 Jahren musste man noch von Hand eine Holzschranke heben, sich in ein Buch eintragen und die Mautgebühr in eine Holzkiste werfen. Heute gibt es eine videoüberwachte, elektronische Schranke, an der auch mit EC Karte gezahlt werden kann. Der Campingplatz liegt direkt am See und das Wetter ist immer noch traumhaft schön. Wir haben beide schon ein gutes Glas Rotwein getrunken, was sich auf nüchternem Magen auch sofort bemerkbar macht.

19.08.2009

Ab 7:30 Uhr lugte die Sonne ins Zelt und weckt uns mit ihrer Wärme. Wir folgen der 37 und der 45 von Rjukan bis zur zweitgrößten Stabkirche Norwegens, nach Eidsborg. Für je 6 Euro erhalten wir eine Einzelführung durch die kleine Kirche und erfahren so einiges zu den Stabkirchen in Norwegen. Angeschlossen ist auch ein Heimatmuseum das sich mit der Geschichte der Telemark-Region beschäftigt. Weiter geht es über die 45 Richtung Setesdal. Hier überqueren wir einen Teil der Hardangervidda mit ca. 1100 Höhenmetern.
Das Wetter ist mittlerweile nicht mehr so gut und wir haben die Regenkombis angezogen. Wir durchfahren, bei nur knapp 10 Grad, dicke Nebelfelder die förmlich auf der Straße kleben. Vom Setesdal aus nehmen wir über die 45 Kurs auf den Lysefjord. Die letzten 30 km Richtung Lysefjord sind landschaftlich ein Traum, obwohl es immer noch sehr nebelig und kalt ist. Wie muss es hier erst bei schönem Wetter aussehen? Kurz vor Lyseboten hat man einen tollen Blick in den Lysefjord und auf die unzähligen Kehren die hinunter zum Fjord führen. Wir wollten eigentlich am nächsten Tag mit der Fähre weiterfahren, aber 15:00 Uhr ist uns einfach zu spät. Wir werden morgen die gleiche Strecke zurückfahren, hoffentlich bei etwas besserem Wetter. Hier unten auf dem Zeltplatz, direkt am Fjord, hat es noch fast 20 Grad, dem Golfstrom sei gedankt. Bevor Sabine wieder damit beginnt, ein herrliches Menü aus den Alukisten zu zaubern, gönnen wir uns jeder ein frisch gezapftes Bier. Mit 7 Euro ist es so teuer wie eine Übernachtung aber es hat herrlich geschmeckt.

20.08.2009

Hier am Lysefjord ist es auch am frühen Morgen mit fast 20 Grad sehr warm. Nach dem Frühstück machen wir uns auf, die serpentinenreiche Strecke in die andere Richtung zu fahren. Zum Glück ist es nicht so nebelig wie am Tag zuvor und wir sehen etwas mehr von der traumhaften Landschaft. Je näher wir uns der Küste nähern, desto wärmer wird es.
Im Hafen von Lauvvik angekommen, zeigt das Thermometer fast 30 Grad an. Wir setzen mit der Fähre nach Oanes über und machen noch einen kleinen Umweg über die Halbinsel, bevor wir für die nächsten beide Tage noch etwas einkaufen. Wir fahren kurz zum Preikestolen Hauptparkplatz, der nur einige Kilometer vom Zeltplatz entfernt liegt. Nachdem das Zelt steht überrascht uns ein kurzer aber heftiger Platzregen und wir müssen beide die Füße in die Hand nehmen um alle Sachen zu „retten“. Hoffentlich werden wir morgen beim Wandern nicht auch so überrascht, angesagt ist der große Regen erst für den Abend.

21.08.2009

In der Nacht hat es zeitweise gegossen wie aus Kübeln und die Temperatur ist auch um fast 20 Grad zurückgegangen. Wir frühstücken sehr früh um den Bus zum Preikestolen zu bekommen. Kurz nach 9:00 Uhr sind wir dann am Ausgangspunkt und die Wanderung kann beginnen. Bis zum Aussichtspunkt sind es ca. 4 km und fast 400 Höhenmeter die überwunden werden müssen. Der Aufstieg ist zum Teil sehr steil und extrem steinig. Wir sind immer wieder überrascht mit was für einem Schuhwerk die Leute auf Wanderschaft gehen. Nach gut zwei Stunden sind wir am Preikestolen angekommen und haben eine recht gute Sicht über den Lysefjord und die angrenzende Bergwelt. Nun fängt es kräftig zu regnen an. Meine (alte) Gore Tex Jacke ist nach einer viertel Stunde durch, Sabines Tchibo Jacke noch schneller. Eine junge deutsche Frau, nur leicht bekleidet und mit ihrem Säugling vor der Brust, war noch am schimpfen, wieso es denn hier auf einmal so kräftig regnen kann. Manche Leute sind wirklich nicht ganz dicht. Der Abstieg zieht sich ein bisschen hin. Die runden Steine werden durch den Regen glitschig. In der Hauptsaison muss es hier von Menschen nur so wimmeln. Gegen 13:30 Uhr sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen und legen unsere nassen Sachen zum trocknen in die Sonne. Wir sind ziemlich groggy. Am Nachmittag nimmt uns ein Bus mit zurück zum Zeltplatz. Nach der verdienten Dusche machen wir erst mal ein ausgiebiges Mittagsschläfchen.

22.08.2009

In der letzten Nacht hat es auch wieder sintflutartig geschüttet, sodass die Zeltwiese am nächsten Morgen komplett aufgeweicht ist. Auch unser doppelter Zeltboden hat etwas Wasser durchgelassen. Nichtsdestotrotz haben wir wenig später bei blauem Himmel. gefrühstückt, mussten uns dann aber doch noch sputen, das Zelt wieder halbwegs trocken eingepackt zu bekommen. Die ersten 80 km können wir auch noch ohne Regenkombi zurücklegen. Heute geht es fast den ganzen Tag auf der 13 gen Norden. Eine sehr schöne und um diese Zeit sehr einsame Strecke. Kurz vor Odda machen auch wir ein paar Fotos vom Latefossen, dem wohl meist fotografierten Wasserfall in Norwegen. Hinter Odda geht es weiter auf der 520, an der Westseite des Hardangerfjords, bis nach Utne. Hier am Hardangerfjord wird sehr viel Obst angebaut. Äpfel, Pflaumen und Kirschen werden überall zum Verkauf angeboten. Von Utne aus setzen wir mit der Fähre nach Kvanndal über, wo wir auch direkt den Zeltplatz am Hafen ansteuern .

23.08.2009

In der letzten Nacht hat es ausnahmsweise mal nicht ganz so viel geregnet, wir haben wieder das Glück bei strahlend blauem Himmel frühstücken zu können. Anschließend geht es auf den Weg Richtung Bergen. In Norrheimsund tanken wir und wechseln Sabines H4 Birne aus. In Bergen sind wir wider Erwarten trocken angekommen. Der Fischmarkt ist auch nicht mehr das was er vor 25 Jahren mal war. Die Preise sind deftig und die Touris zahlen. Je nach Kreuzschiffahrtnationalität werden wahrscheinlich auch die Verkäufer auf dem Fischmarkt eingesetzt. Heute sind wohl hauptsächlich italienische Gäste  angekommen, denn überall wird der Fisch auf italienische Weise zubereitet und in lautstarkem italienisch angepriesen. Wir kaufen noch etwas Gemüse und ein Stück frischen Lachs für den Abend. Nach einem ausführlichen Bummel durch die Gassen des alten Bryggen ziehen wir gegen 16:00 Uhr weiter. Der Zeltplatz, den wir uns aus geguckt hatten, existiert nicht mehr und so fahren wir dann doch noch weiter Richtung Voss. Die E16 ist auf diesem Stück extrem tunnelreich. Ca. 10 km vor Voss finden wir in einem kleinen Seitental einen sehr schönen Zeltplatz mit ganz neuen sanitären Anlagen. Nach dem leckeren Abendessen und einer Flasche Wein geht es dann um halb 10 ins Bett. Und wie sollte es auch anders sein, es fängt wieder an zu regnen.

24.08.2009

Frühstücken können wir auf diesem Zeltplatz an einem überdachten Tisch, was auch gut ist, denn es regnet immer noch. Gegen halb 10 sind wir endlich weggekommen. Nach verlassen des kleinen Tals wird das Wetter sofort besser. In Voss kaufen wir noch ein paar Lebensmittel für den Abend ein. Eine gute Stunde später sind wir in Gudvangen, am Naeroyfjord und buchen dort direkt für die nächste Nacht eine kleine Hütte auf dem Zeltplatz. Wahrscheinlich wird das die erste Nacht ohne Regen sein. Nachdem wir ein paar Klamotten abpackt und in der Hütte verteilt haben, fahren wir nach Flam, ei nem reinen Touristennest. Dort wird außer norwegisch alles gesprochen. Die Fahrt dorthin führt eigentlich nur durch zwei Tunnel, einer ist 11 km und der andere 5 km lang. Von Flam fahren wir mit der Flambahn bis nach Myrdal. Die Bahn ist eine gute Stunde unterwegs und überwindet dabei fast 900 Höhenmeter in einer grandiosen Landschaft. Da es in Myrdal, außer dem Bahnhofsgebäude, so überhaupt nichts zu sehen gibt fahren wir mit der nächsten Bahn auch schon wieder talabwärts. Von Flam aus sind wir dann ruckzuck wieder an unserer Hütte. Das Wetter ist gut und wir sitzen noch lange draußen vor der Hütte. Sabine ist dabei die Regenbogenforelle für den Abend vorzubereiten. Morgen Mittag geht die Fähre von Gudvangen nach Kaupanger von wo wir weiter Richtung Nigardsbreen fahren wollen.

25.08.2009

Wie sollte es auch anders sein. Wir nehmen uns eine Hütte weil es die Tage zuvor nachts permanent geschüttet hat und wir das Zelt immer nass einpacken mussten und die folgende Nacht ist sternenklar und sehr warm. Der einzige Vorteil der Hütte ist die Temperatur im Inneren, es ist angenehm kühl. Auch am Morgen ist es noch sehr warm. Mit dem Aufstehen und dem Frühstück können wir uns Zeit lassen, da unser Schiff erst um 12:00 Uhr von Gudvangen ablegt. Die Fahrt auf dem Naeroyfjord ist mal wieder ein Genuss, da auch die Sonne wieder herauskommt und mit den umliegenden Bergen ein schönes Lichtspiel zaubert. Nach zwei Stunden Fahrt legen wir in Kaupanger an. Als erstes decken wir uns mit den Lebensmitteln für den Abend ein. „Ich“ muss heute kochen. Es gibt Spaghetti mit Lachs in Käsesoße und einen frischen Salat dazu. Das Wetter ist traumhaft schön und bis 23 Grad warm. Wir fahren über die 5 weiter nach Norden und bestaunen die ersten großen Ausläufer des Gletschers Jostedalsbreen. Teilweise sind die Eismassen zum Greifen nahe. Immer wieder müssen wir lange Tunnel durchfahren. In Byrkjelo biegen wir auf die 60 ab. Kurz hinter Olden fahren wir in das Tal zum Brigsdalsbreen und finden dort einen einsamen Zeltplatz direkt am See. Wir sind die einzigen Gäste, nicht einmal die Rezeption ist besetzt. Nach dem leckeren Abendessen drehen wir das Zelt nochmal um 90 Grad. Der Wind pfeift mächtig und hat schon das ganze Geschirr in der Gegend verteilt. Das Wetter sieht merkwürdig aus, seit gut zwei Stunden ist nur über unseren Köpfen blauer Himmel, rundherum ist es rabenschwarz. Zum ersten Mal ramme ich alle Heringe für das Zelt in den Boden. Mal schauen was noch auf uns zu kommt?

26.08.2009

In der Nacht hat es mal wieder kräftig geschüttet, der Sturm indes hatte nachgelassen. Nach dem Frühstück fahren wir zum Brigsdalsbreen und machen ein paar Fotos. Zum Laufen haben wir beide keine Lust und mit so einem Trollwagen wollen wir uns auch nicht zum Gletscher fahren lassen. Heute ist absolutes Motorradwetter. Auf der 15 geht es weiter bis Skora. Hier nehmen wir die alte Straße über das landschaftlich sehr schöne Strynfjellet. Wir halten oft an um Fotos zu machen oder Blaubeeren zu pflücken. 2/3 der Strecke ist nicht asphaltiert, deshalb geht es nicht ganz so schnell voran. In Grotli stoßen wir wieder auf die 15 und später geht es auf der 63 weiter bis Geiranger. Vorher machen wir aber noch einen Abstecher auf den kostenpflichtigen Aussichtspunkt Dalsnibba. Hier  oben, auf 1500 Metern Höhe, wird wohl jeder Norwegentourist hingekarrt. Jede Menge Busse und ein riesiger Menschenauflauf. Die Aussicht die man von hier genießen kann ist gigantisch. Die Kreuzfahrschiffe, die im Geirangerfjord liegen, hinterlassen eine weithin sichtbare Dieselwolke und das ganze nennt sich dann auch noch Naturpark. Auch von der gegenüberliegenden Seite des Fjords hat man eine ausgezeichnete Sicht über und in den Geirangerfjord. Die anschließende Zeltplatzsuche gestaltete sich mit Hindernissen. Die ersten Zeltplätze gefielen Sabine nicht und von einem anderem sind wir sogar, nachdem wir bereits gezahlt hatten, wieder abgefahren. Das Geld bekamen wir wieder zurück. Jetzt sind wir kurz hinter Sylte auf einem kleinen Zeltplatz gelandet und mieten für 200 Kronen eine kleine Hütte. Das Zelten hätte 170 gekostet. Wahrscheinlich bleibt es auch in dieser Nacht wieder trocken. Nach einem leckeren Essen, Rentierburger, und unserer letzten Flasche Wein sitzen wir noch etwas vor unserem Heim und lauschen den Wasserfällen in der Umgebung.

27.08.2009

Trotz des grauen Wetters fahren wir ohne Regenkombi Richtung Trollstigen. Kurz vor den Trollstigen baut sich schon die gigantische Felswand auf die man dann in zig Kehren Richtung Andalsnes bergab fährt. Wir haben mal wieder Glück mit dem Wetter und können viele tolle Fotos von dieser Felswand und den Serpentinen machen. Von Andalsnes geht es wieder ein Stück gen Süden durch das Romsdalen. Hier folgen wir fast 50 km dem Romsdalen und dem Gudbrandsdalen an dessen Seiten die Felswände links u nd rechts steil empor ragen. Einige Kilometer vor Dombas biegen wir ab auf eine kleine mautpflichtige Piste Richtung Vagamo. Hier geht es bis auf knapp 1200 Meter hoch. Die Landschaft ist absolut karg und in Nebel eingehüllt. Mit nur 10 Grad ist es auch nicht mehr sonderlich warm. In Vagamo erledigen wir unsere Einkäufe und schauen uns noch eine Stabkirche an. Weiter geht es Richtung Lom an einem herrlich türkisfarbenem Gletschersee vorbei. Auch in Lom gibt es wieder eine Stabkirche zu besichtigen, leider auch nur von außen. Lom ist ein absolutes Touristenzentrum. Der Zeltplatz in Lom ist teurer, dafür ist Duschen, Sauna und Dampfbad inklusive.

28.08.2009

Die Nacht war trocken und wir haben beide sehr gut geschlafen. An diesem Tag fängt es mal nach dem Frühstück an zu regnen, sodass wir unser Zelt nicht mehr trocken einpacken können. Es geht nochmal vorbei an dem Gletschersee, der an diesem Tag seine tolle Farbe aufgrund der fehlenden Sonnenstrahlen nicht so intensiv zeigen kann. Wir fahren vom See aus in südlicher Richtung auf die 51, unser Ziel ist der Jotunheimvegen. Es geht permanent aufwärts durch das Sjodalen bis Bygdin. Das Wetter ist mittlerweile umgeschlagen. Es regnet stark und die Temperatur geht auf teilweise nur 8 Grad zurück. Der Jotunheimvegen ist eine mautpflichtige Touristenstrecke, für Motorradfahrer aber kostenfrei. Die Strecke und natürlich auch die Landschaft, geben selbst bei Wind, Nebel und Regen tolle Motive her. Am Ende der matschigen Strecke, in Skabu, betanken wir die Maschinen mit Sprit und uns mit heißem Kaffee sowie ein paar Chicken Nuggets. Aufgrund des schlechten Wetters verschieben wir die Befahrung des Peer Gynt Weges und fahren weiter nach Lillehammer. Leider ist es nicht möglich in Lillehammer eine Hütte oder ein Zimmer zu bekommen da sich ca. 2000 Biker (Fahrradfahrer) dort für einen Wettkampf eingefunden hatten. Das Touristzentrum ist nicht sehr hilfreich bei der Suche nach einer trockenen Unterkunft. Uns bleibt nicht anderes übrig als weiter zu fahren. In der Nähe von Moelv finden wir endlich eine freie Hütte für 250 Kronen. Eine deutsch sprechende Wanderin aus Norwegen machte uns Hoffnung auf besseres Wetter. Schauen wir mal wies kommt.

29.08.2009

Ab 11:00 Uhr werden die ersten blauen Stellen am Himmel sichtbar und wir entscheiden uns für die Weiterfahrt. Ziemlich zügig packen wir die Klamotten zusammen und putzen die Hütte, da wir sie bis 12:00 verlassen müssen. Auf der E6 geht es ein Stück zurück bis Lillehammer ehe wir auf die 255 und dann auf die 254 Richtung PeerGynt Vegen steuern. Kurz vor der Mautstation muss ich an Sabines Twin nochmal die Kette spannen. Für die Motorräder brauchen wir auch diesmal nichts zu bezahlen. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön aber keinesfalls so richtig einsam. Die Hütten der Norweger stehen überall  verteilt in der Landschaft. In Gala endet der 1. Teil der Strecke. In Vinstra kaufen wir noch etwas ein. Statt Paprika und Zwiebeln kaufe ich mir eine Hose von Fjäll Räven, die im Preis stark reduziert war. Anschließend wird noch mal getankt und dann geht es auf den 2. Teil des Peer Gynt Weges. Dieser macht von Vinstra aus eine ca. 45 km Schleife in nördlicher Richtung und endet dann wieder auf der E6. Hier müssen auch die Mopedfahrer Wegzolll bezahlen, 20 Kronen pro Bike. Die Strecke ist landschaftlich wunderschön und alleine das abwechslungsreiche Spiel zwischen Wolken und Sonne zaubert die Landschaft immer wieder in ein anderes Bild. Wir halten oft zum fotografieren an. Am Ende der Strecke sind wir in Kvam auf einem schönen kleinen Zeltplatz gelandet und schlagen mal wieder das Zelt auf. Das Wetter sieht sehr viel versprechend aus und soll auch so bleiben.

30.08-2009

Die letzte Nacht war kühl und trocken. Nach dem Frühstück sitzen wir noch eine Zeit lang in der Sonne bevor wir uns aufraffen weiter zu fahren. Von Kvam aus geht es Parallel zur E6 auf einer kleinen Nebenstrecke bis nach Ringebu. Hier queren wir die E6 und folgen dem Friisvegen in nördlicher Richtung . Es geht nochmal bis auf 1200 Meter hoch in die karge und kalte Fjellandschaft. An der Stortfjellstua biegen wir rechts ab Richtung Imsdalen. Auf den folgenden 40 km folgen wir dem Talverlauf bis wir in Imsroa auf die Hauptstraße 3 stoßen. Auch diese verlassen wir nach 2km wieder um dem Birkebeinervegen zu folgen. Auf den folgenden ca. 75 km verläuft die meist unbefestigte Straße durch Natur pur und endet kurz vor Brumunddal. Von hier aus folgen wir noch ein kurzes Stück der E6 Richtung Hamar und landen am späten Nachmittag auf einem schönen Plätzchen direkt an einem See. Wir sitzen auf einer kleinen Insel, schreiben Tagebuch und lesen noch ein paar Seiten.

31.08.2009

Die Sonne lacht gegen 8:00 ins Zelt und weckt uns. Wir frühstücken in aller Ruhe und können alles trocken verstauen. Über ein paar kleine, natürlich mautpflichtige, Strecken durch die einsame Waldlandschaft gelangen wir auf die E20. In Flisa biegen wir auf eine, in meiner Landkarte als touristisch schön eingezeichnete Strecke, ab. Es geht fast 100 km auf und ab durch einsame Wälder. Nur 3 Fahrzeuge begegnen uns in dieser Zeit. Kurz hinter Kongsvinger ist dann wieder Regenzeug angesagt. Es zieht sich immer mehr zu und der Regen lässt nicht lange auf sich warten. Wir fahren noch ca. 100 km auf der 21 bis wir uns kurz vor Örje eine Hütte nehmen. Sabine hat mal wieder ein super leckeres Essen gezaubert. Draußen ist es richtig ekelig. Morgen haben wir noch ca. 250 km bis Göteborg.

01.09.2009

Die Nacht war sehr warm, gut geschlafen haben wir beide nicht. Nach einem sehr guten Frühstück geht es dann weiter, Sabine ohne, ich mit Regenzeug. Nach einer halben Stunde trenne ich mich dann doch wieder von den Plastikklamotten. Das Wetter wird immer besser und wärmer. Von Halden aus fahren wir Richtung Grenze. Die E6 verlassen wir an der ersten Abfahrt mit Tankstellensymbol, da meine Twin schon seit einigen km auf Reserve steht. Wir landen an einem riesigen Einkaufscenter Namens Nordby. Eigentlich wollen wir heute noch bis Göteborg fahren um morgen in aller Ruhe einen Stadtbummel machen zu können. Sabine überredet mich aber dazu hier schon mal shoppen zu gehen. Nach ca. 2 Stunden ist das Shopping beendet und draußen herrschte das allerbeste Sommerwetter. 25 Grad, blauer Himmel und Sonnenschein. Wir entschließen noch ein bisschen an der Küste entlang zu fahren um an einem schönen Plätzchen am Wasser noch mal das Zelt aufzubauen. Kurz hinter Hamburgsund finden wir einen schönen Zeltplatz direkt am Wasser. Leider ziehen wieder dunkle Wolken auf und es ist seeehr windig.

02.09.2009

Das Frühstück bereiteten wir heute in der zeltplatzeigenen Küche vor, da es mal wieder regnet. Eingemümmelt in Regenzeug erreichen wir den Liseberg Zeltplatz in Götebeorg. Zuerst spielen wir mit dem Gedanken, aufgrund des schlechten Wetters, eine Hütte zu  mieten, aber der Preis von etwas über 1000 Kronen, incl. Frühstück für 2 Personen, holt uns wieder auf den „Zeltboden“ zurück. Für 185 Kronen bauen wir dann gerne unser Zelt auf. Nachdem die Hütte steht geht es auch direkt mit der Straßenbahn in das Göteborger Stadtgetümmel. Am Abend wollen wir noch in den Liseberg Park aber der hat ausgerechnet an diesem Tag geschlossen.

03.09.2009

Den Zeltplatz müssen wir bis 11:00 geräumt haben. Die Zeit bis zur Abfahrt des Schiffes verbringen wir in Göteborg. Wir decken uns noch mit leckerem Fischproviant, für die Fahrt am nächsten Tag zum MRT, ein.

04.09.2009

In der Nacht ist es recht stürmisch und das Schiff kommt mit leichter Verspätung in Kiel an. Ohne Regenzeug machen wir uns dann auf den Weg zum MRT nach Gieboldehausen.

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