Nach drei Tagen fahren wir am südlichen
Ufer des Titicacasees Richtung Osten nach Bolivien. Der Grenzübergang
ist wiederum unproblematisch, die Formulare kennen wir schon und die Grenzer
sind hilfsbereit und freundlich. Kurz hinter der Grenze kommen wir nach Copacabana.
Ein kleines, angenehmes touristisches Dorf direkt am See und mit kleinem Sandstrand.
Wir beziehen unsere "Luxussuite" mit eigener Terrasse und Blick
auf den See für 10 € die Nacht. Am Strand stehen mehrere Fisch(er)buden,
die Trucha (Forelle) und Pejerrey (Königsfisch) für kleines Geld
lecker zubereiten. Unter dem Sonnenschutz lassen wir uns den Fisch und das
Bier schmecken, genießen die Strandatmosphäre und lassen es uns
bei
angenehmen
Temperaturen und Sonne gut gehen.
Die morgendliche Fahrt mit dem Boot zur Isla del Sol (Sonneninsel - alte Inkastätten)
ist kühl. Als wir endlich ankommen, macht die Insel ihrem Namen alles
Ehre: die Sonne brennt vom Himmel. Nach einer 1 stündigen Wanderung zur
Inkastätte wollen wir für den Rückweg einen anderen Weg einschlagen.
Mangels Wegbeschilderung schaffen wir es aber nicht mehr zur rechten Zeit
am Boot zu sein, welches uns zum südlichen Hafen der Insel bringen soll.
Also müssen wir zwangsläufig in den Süden der Insel wandern
(rd. 10 km), was auf 3.800m, bergigem Gelände und Motorradjacke in praller
Sonne ganz schön anstrengend ist. Dennoch war es schön, da wir reizvolle
Blicke auf den See und die Landschaft hatten. ![]()
Einen Faulenzertag auf unserer Sonnenterrasse, eine abenteuerliche
Bretterfähre und eine ungewollte Fahrt quer durch den Markt von El Alto
später, stehen wir (ganz bewußt am Sonntagmittag) am Rand des Hochplateaus
und schauen auf LA PAZ runter: ![]()
Ein gigantischer, an steilen Bergen gebauter Moloch mit
1,3 Mio. Einwohnern, dicht gebauten Häusern, chaotischem Stassenverkehr
und Armenvierteln.
Wir finden unser Hotel fast auf Anhieb, fahren die Motorräder in den
Hof und stürzen uns ins Getümmel von Menschen, Hochhäusern,
Strassenständen,
Souvenirgeschäften,
Pollobuden, überfüllten und rücksichtslosen Bussen und Autos.
Aber erstaunlich schnell gewöhnen wir uns an die Art der Stadt und finden
Lust zum Bummeln, Frisörbesuch,
Stadtbesichtigung und Pollo essen. Mangels Platz in unseren Motorradkoffern
beschränken sich unsere Einkäufe (leider) nur auf Kleinigkeiten,
denn wir hätten angesichts der verschiedentlichen Handwerksarbeiten (Bilder,
Pullover, Jacken und Wandteppiche aus Alpakafell, Silberschmuck, Geschirr
etc.) zu Spottpreisen auch einen 40 Tonner mit wunderschönen Sachen voll
bekommen. Als wir am Abreisetag dann über 2 Stunden brauchen um aus der
Innenstadt (!) raus zu kommen, hätte Corinna ihre AT (und mich gleich
mit) wohl am liebsten gegen einen 40 Tonner eingetauscht. Aber sie hat sich's
dann doch anders überlegt und es ging über viele Kilometer auf dem
Altiplano und am Lago Chungara (höchster See der Erde) vorbei wieder
nach Arica (Chile) zurück.
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