Wir verabschiedeten uns von Pucon, um über
den Paso Mamuil Malal nach Argentinien eizureisen. Der Paß ist mit 1.200
m nicht sehr hoch aber
landschaftlich
ein Traum. Eine lange Zeit hatten wir den Vulcan Lanin mit seinem weißen
"Hut" im Blickfeld. In San Martin de Los Andes, einem richtig hübschen
kleinem Städtchen, das unter anderem durch sein Schokoladenhandwerk bekannt
ist, legten wir eine ausgiebige Pause ein. Kurz hinter San Martin fanden wir
dann ein Camp an einem See.
Von hier aus folgten wir dem Routenvorschlag
von Marco nach San Carlos de Bariloche.
Die
Strecke war ein absoluter Traum. Wir passierten unzählige tiefblaue Seen
mit schneebedeckten Bergzügen im Hintergrund. Nicht nur das Auge sondern
auch die Nase wurde von riesigen blühenden Ginsterbüschen und blühenden
Lupinien verwöhnt. In Bariloche, dem
Haupturlaubsgebiet
der argentinischen Oberschicht, holte uns der Tourirummel voll ein. An wildes
Campen ist hier nicht zu denken; so suchten wir den von Marco empfohlenen
Campingplatz (Petunia) auf. Jeder Stellplatz hat hier eine eigene gemauerte
Grillstelle, was wir direkt nutzten, denn das beste Stück Fleisch kostet
ca. 4 Euro/kg: ein Paradies für Steakesser.
Wir unternahmen in den nächsten Tagen einige Exkursionen in die Umgebung
und waren überwältigt von der Schönheit dieser Landschaft.
Ein Abstecher zu der kleinen Landzunge auf der Llao Llao liegt, kann ich besonders
empfehlen. ![]()
Auf dem Zeltplatz feierten wir mit einer Flasche Sekt auch den Jahreswechsel
nach 2004..
Neujahr sollte es dann weiter gen Süden gehen, jedoch kamen wir nur ein
paar Kilometer weit. Einmal nicht aufgepaßt und zuviel in der Landschaft
herumgeschaut und schon hing ich mit meinem Vorderrad in Corinnas Packtasche.
Der Träger hatte sich so stark verbogen und war an 2 Stellen gebrochen,
daß eine Weiterfahrt nicht möglich war; also ganz langsam zurück
zum Zeltplatz. Zur Reparatur landeten wir in einer kleinen Garage eines Rentners,
der uns empfohlen wurde. Obwohl er kein Autogenschweißgerät besaß,
beteuerte er immer wieder "No Problemo". Anfangs war ich ziemlich
skeptisch, aber nach 2 1/2 Stunden biegen, flexen, schweißen und immer
wieder anpassen sah der Träger fast aus wie neu - und er hat den Rest
des Urlaubs gehalten! Corinna und ich überlegten uns schon was das wohl
kosten würde, aber mehr als
umgerechnet
9 Euro wollte er für seine Arbeit nicht nehmen. Den Tip uns nicht von
Einheimischen übers Ohr hauen zu lassen, gab er uns noch kostenlos mit
auf die Reise. ;-)) Der 2. Versuch, Bariloche zu verlassen, funktionierte
dann unfallfrei....
Unser Nachtquartier fanden wir am Lago Futalafquen.
Spätabends mußten wir nochmals mit Sack und Pack umziehen, denn
die meisten argentinischen Jugendlichen kämen niemals auf die Idee, daß
laute Musik bis spät in die Nacht, irgendjemanden stören würde.....
Von Esquel gings über Futaleufu wieder nach Chile rein und Richtung Carretera
Austral. Wir folgten lange Zeit dem Rio Futaleufu und später habe ich
es bereut, daß wir dort nicht zum Raften geblieben sind. Ich dachte,
daß sich diese Möglichkeit auch später nochmal bieten würde,
aber dem war nicht so. Der Rio Futaleufu, so erfuhren wir später, ist
ein absolutes Rafting-Eldorado und Insider stufen ihn zu den besten 5 Flüssen
der Welt ein. Schade, man(n) soll doch alles immer direkt mitnehmen. ;-)
Am Lago Yelcho suchten wir einen Platz für unser Zelt, als uns Stefan
und Claudia wild gestikulierend entgegenkamen: sie hatten sich in dieser einsamen
Gegend mit ihrem Pickup festgefahren! Wir waren für die Beiden wahrscheinlich
ein Geschenk des Himmels und als Belohnung für die geglückte Bergungsaktion
spendierten sie am Lagerfeuer eine Runde Bier aus ihren Vorräten.
Und zum letzten mal nach
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