Veranstaltungstermin war der 12.08.01 -
15.08.01
Unser Camp hatten wir an der "Wittman's Hütte"

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Schon lange schwirrte in meinem Kopf der Gedanke einmal
bei der Enduromania mitzufahren. Alleine zu fahren hatte ich keine große
Lust und einen passenden Reisepartner mit entsprechender Maschine zu finden,
ist auch nicht leicht. Interesse mitzufahren haben viele, aber wenn es
dann Ernst wird, wird die Anzahl derer, die dann noch Zeit haben, immer
kleiner. Viele schreckt auch schon der Name "Rumänien
ab. Das ist doch viel zu gefährlich, und da wird dir doch alles
geklaut, oder was willstn da? sind die Standardreaktionen. Wir entschieden uns für die Tour in der 33. Kalenderwoche
( 13.08.-17.08. ), der Treffpunkt zu diesem Termin war die Wittmanns
Hütte. Nachdem wir dann schon im Frühjahr das Startgeld
überwiesen hatten, gab es kein zurück mehr. Nach dem ersten
Blick auf die Landkarte stellten wir fest, dass es doch eine ganze Ecke
zu fahren ist bis zur Wittmanns Hütte. Selbst nach der Berechnung
der kürzesten Am Donnerstag Nachmittag ( 09.08.2001 ) war es dann
soweit. Hartmut stand mit gepacktem Wohnmobil und Hänger vor meiner
Tür und es ging endlich los. 30 Std. später ( incl. 6.Std. Pause
) hatten wir unser Ziel erreicht. Es gab noch eine Kleinigkeit zu Essen
und die lang ersehnte Dose kaltes Bier konnte endlich geöffnet werden. Nachdem die Heimat über unsere Ankunft informiert
war, wurde das nähere Gelände um unser Camp inspiziert. An einer
ziemlich steilen und zerspurten Auffahrt habe ich meine Twin dann das
erste mal kopfüber abgelegt. Der zweite Versuch den Berg hochzukommen,
endete mit dem gleichen Ergebnis. Hartmut mit seiner kleinen XT
und seinen laaaangen Beinen hatte viel weniger Probleme. Er half mir ein
zweites mal die fette Twin wieder auf die Beine zu stellen. Nach dieser
Aktion stand uns dann der Saft schon in den Stiefeln und wir sind zurück
zum Camp. Meine Verkleidung hatte ein paar Risse mehr, der Sturzbügel
sah auch aus wie ein Solcher und der rechte Blinker war samt Halterung
nach hinten gebogen. Genug für den ersten Tag, aber es hat schon
viel Spaß gemacht. Am Abend hatten wir von Sergio schon die Fahrtunterlagen
und detailliertes Kartenmaterial bekommen. Am Sonntagmorgen war ich damit
beschäftigt die ganzen GPS Koordinaten aus den Fahrtunterlagen in
meinen Palm einzugeben, um sie anschließend in unsere GPS Geräte
zu überspielen. Hartmut markierte alle Zielpunkte in den Landkarten,
damit es für uns leichter wurde eine Route zu erstellen. Obwohl der
heutige Tag noch kein Wertungstag war, wollten wir schon mal versuchen
ein paar Punkte anzufahren, um zu sehen, ob wir überhaupt etwas finden.
Unsere erste Tour führte uns Richtung Brebou Nou. Die Strecke verlief
fast nur durch große Waldgebiete. Es war ziemlich schlammig und
in einer großen Pfütze dachte ich schon, Viel Spaß und nicht letzter werden!. Pünktlich nach dem Frühstück erschien
Kay am Wohnmobil, aber leider nicht in Mopedkleidung sondern in Zivil.
Sein Magen machte Probleme und er wollte den ersten Tag aussetzen. Nach
kurzer Rücksprache mit Sergio sind Hartmut und ich dann alleine losgefahren.
Wir hatten uns viel für den ersten Tag vorgenommen. Der schönste
2. Fahrtag Auch das heutige Fahrprogramm war km mäßig
recht großzügig angelegt. Kay war dank Hartmut´s Mineralpräparate
wieder einigermaßen fit. Dies dankte er uns damit, dass er uns beim
Anfahren, sofern er vorne war, durch vehementes Gasgeben die Steine mit
seinem Hinterrad nur so um die Ohren warf. Aber das Wetter war super und
es sollte eine Rundtour bis zur Donau werden. Zuerst ging es ein ganzes
Stück auf der E70 gen Süden. Unser erster KP lag an der Wasserstation
in Taria. Hinter Sopata Nou hatten wir den Abzweig nach Urcu verpasst
und sind ins Gebirge gefahren. Dies ist auch mit GPS möglich, weil
man zwar den Zielpunkt sieht, aber in den seltensten Fällen den Abzweig
oder den Weg dorthin und Karten Landschaftlich war es eine tolle Strecke mit vielen
wunderschönen Einblicken in die Täler. Leider führte uns
aber diese Strecke nicht dorthin wo wir hinwollten. Bis wir endlich in
Ravensca ankamen hatten wir uns noch des öfteren verfahren. Die falschen
Streckenabschnitte sind meistens die interessantesten. Oft landet man
dabei mitten in der Pampa und hat dann schon mal Probleme
das Moped wieder zu wenden, weil es einfach zu schmal ist. Die Einheimischen rieten uns von der von uns gewählten Route ab, da sie kaputt sein sollte. Aber mit den Mopeds würden wir das schon schaffen, dachten wir. Es ging über einen wunderschönen Hochkamm, von dem aus man die Donau schon immer im Blick hatte. Ein Fahrweg war kaum noch zu erkennen. Wir fuhren kilometerlang durch knie hohes Gras und an vielen Heutürmen vorbei. Nachdem es stetig leicht bergauf ging, musste es ja auch irgendwann mal wieder runter gehen, zumal die Donau immer näher rückte. Hurra, da war der Abstieg! Aber er ähnelte mehr einem Holzrückeweg, und es ging bergab und zwar mächtig bergab. Hartmut und ich kamen recht gut herunter während Kay schon mächtig zu kämpfen hatte. Mit seiner hochbeinigen AT wechselt er zwischen den Tränen und der Ohnmacht. Das Schicksal schlug mit einem Hechter seinerseits in die Wiese zu. Mindestens 1 km sicherten wir abwechselnd Kay mit AT den Hang hinunter, immer schön den Gepäckträger festhaltend. Er dankte uns dies, in dem er ständig die Seite wechselte. Mal fiel man fast mit ihm links in den Graben oder man wurde rechts gegen die Hangböschung gedrückt! An der Donau angekommen, ließ Hartmut erst mal
einen Urschrei los. Die letzten Kilometer hatten schon viel Kraft und
Schweiß gekostet. Uns Beiden hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß
gemacht und Kay humpelte auch schon wieder weniger. Auf der Donauuferstraße
konnten wir uns ein bißchen erholen. Wir beobachteten die untergehende
Sonne, die die weißen Felsen auf der gegenüberliegenden Seite
in ein herrliches rotes Licht eintauchte. Hiervon beeindruckt missdeutete
unser Kay die Haltezeichen von Hartmut blick in den Spiegel u.
nach rechts Blinker - rechter Arm raus - und Verlangsamung des
Tempos zwecks Foto! Kay fuhr ihm trotzdem auf die XT auf. Außer
Flüchen von Kay und einer Staubwolke war aber, Gott sei Dank, mal
wieder nix passiert. Kay revanchierte sich zu einem späteren Zeitpunkt
wahrscheinlich unbewusst damit, kräftig Gas zu geben und sofort wieder
wegzunehmen, um den Reißverschluss seiner Fototasche zu Bloß keine Konzentrationsschwächen zeigen,
dies galt nach diesem Tag besonders! Trotzdem, es ging einem viel durch
den Kopf. Diese Menschen mit und ohne Ochsenkarren, wie hart müssen
sie arbeiten, um dem Land das Lebensnotwendige abzuringen. Und wir kommen
mit unseren Spielzeugen daher, braten über Wiesen, pflügen morastige
Wege noch mehr um und knallen durch den Wald. Alles legitim, weil so selten,
wächst ja auch wieder zu! Heute Morgen kamen wir schon nicht mehr so gut aus
den Federn. Alle Fahrtage und die langen Abende hatten etwas an unseren
Kräften gezehrt. Nach einem guten Frühstück, dem technischen
Dienst an Ausrüstung und Motorrad, aber auch Kanistertanken an Hartmut`s
XT, Das Gegenteil von dem war eine Beerdigung. Pope voraus,
Leichenträger mit gleichen bunten großen Frotteetüchern
als Talar, und die Hauptperson auf offener Bahre mit neuen Lederschuhen,
gutem Anzug und Hut, eher etwas unbeteiligt wirkend. Aber so ist das wohl
wenn das Gesicht schon seit längerer Zeit etwas fahl lila ist. Man
kann nur hoffen, dass man irgendwann in vielen, vielen Jahren selbst eine
gut Figur macht, wenn man mit den Füßen voraus an Schmitzbackes
vorbeigetragen wird! Weiter ging es dann Richtung Turnu Ruieni. Da es sich
bei diesem Punkt um einen reinen Offroadpunkt handelte, hatten wir ausgemacht,
dass Hartmut mit seiner XT alleine zur alten Ruine auf die Bergkuppe fährt.
Kay hatte das wohl nicht mitbekommen oder auch einfach nur ignoriert.
Auf jeden Fall hat er seine Twin auf dieser Strecke 2 oder 3 mal hingelegt
und wir durften mal wieder auf ihn warten. Dieser Holweg war extrem stark
verspurt da suchte Hartmut nach Alternativen. So oben am Rand vorbei das
Motorrad zu jonglieren ist eine Sache, denn freigewaschene Wurzeln halten
im ungünstigsten Fall den Fuß fest und die Karre fährt
weiter. Mit Glück und Panik lies sich der linke Fuß von Hartmut,
ohne Sturz, wieder rausziehen aus der Wurzelschlinge. Dann mit Anlauf
die Steilstrecke zur Turmruine. Nun war aber wieder Schluß mit Lustig,
denn hinter dieser Steilkuppe war, vorher nicht erkennbar, der Wassergraben!!!
Also Bremsfallschirm aktivieren, Schwung abbauen, Zielbremsung auf Kuppe
und schön vorsichtig das Moped drehen. Nachdem wir dann wieder alle
zusammen waren, fuhren wir weiter über Caransebes nach Rugi. In Rugi
angekommen wurden wir an der Kirche, die unser Ziel war, schon mit offenen
Armen, Kuchen, Gebäck und Schnaps empfangen. Eine ganz kurze Zeit
konnten oder wollten wir uns dagegen wehren einen Schnaps zu trinken,
aber dann wurden es doch 2 oder 3 oder......weiß ich auch nicht
mehr. Wenn es nicht noch reichlich Kuchen, Gebäck, Fleisch und selbstgemachte
Kohlrouladen dazu gegeben hätte, wären wir bestimmt aus dem
Sattel gefallen. Wir kamen noch mit den Leuten ins Gespräch, wobei
uns diesmal die Französischkenntnisse von Kay 4. Fahrtag Am heutigen Morgen sind wir noch etwas später
dran als am gestrigen Tag. Es wird 11°°Uhr bis wir endlich das
Camp verlassen. Hartmut mit seinen noch 45 Lenzen tun die Knochen weh,
der Po hatte Druckstellen und die Füße Blasen. Polizeikradstiefel
sind nicht das Gelbe vom Ei weder fürs Wandern (Blasen
wegen der Bergausflüge per Pedes zu Kay), noch zum crossen. Das Vorderrad
wirft gern schon mal einen faustgrossen Stein in Richtung Fußrasten
und wenn dieser dann auf dem Spann des Bikers landet tut das schon recht
weh, Heute war Faulenzen angesagt, wenigstens für
mich. Hartmut indes fuhr noch nach Baile-Herculane einem Thermalbad, das
genau wie er auch, schon mal bessere Zeiten gesehen hatte, um sich mal
durchkneten zu lassen! Auf der Rückfahrt an einer kurvigen Engstelle
auf der E 70 sah Hartmut einen Streckenposten wie wild mit seiner rotweißen
Fahne gestikulieren. Wer kam um die Ecke geknallt, unser lieber Kay......!
Wollte er mal wieder dem Schicksal ein Angebot machen? Apropos Rückfahrt: Kay hatte wohl bei seiner Mitfahrgelegenheit (anderes Team) noch Pech. Wundersamerweise, musste er, nach dem er die zwischenmenschliche Chemie verdorben hatte, wegen eines Haarrisses in der Deichsel des Anhängers, seine AT noch abladen und ab rumänischer Grenze mit dem Motorrad nach München fahren. Es gibt aber auch schlimme Zufälle! FAZIT Rumänien ist ein Enduroparadies. Die Landschaft
und die Strecken, die man dort befahren darf, haben mich fast, manchmal
auch wirklich, aus dem Sattel gehauen. Ich habe nicht ein einziges Verbotsschild
gesehen, mich aber oft dabei erwischt, nach einem zu suchen Und Kay?!? Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen wäre rein zufällig und auch nicht ...oder doch... gewollt! Jedenfalls, wie man so hörte, könnte es gut möglich sein, dass er bereits im Begriff ist sein Outfit preisgünstig zu veräußern! So dass wir mit ihm wohl nicht wieder rechnen müssen. Oder ist dies nur der Anlauf zu neuen Heldentaten ? Unser aller besonderer Dank gilt Sergio und seinem
netten Team, die alles erdenkliche für Organisation und Sicherheit
taten, vom eigenen Krankenwagen bis zur Motorradwerkstatt, weiter so!!!
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